14.03.2014 | Interview mit Andreas Leonhard

"Die Arbeit als Social-Media Manager ist eher langfristig ausgelegt"

"Immer mehr Unternehmen entdecken Social Media für sich."
Bild: Webculture

Social Media ist kein Strohfeuer; die Nachfrage nach entsprechenden Fortbildungen steigt. acquisa spricht mit Andreas Leonhard, Geschäftsführer von Webculture in Mannheim und Gründer der Social Media Akademie, über die aktuelle Entwicklung.

acquisa: Herr Leonhard, an der von Ihnen gegründeten Social Media Akademie konnten sich Menschen von Beginn an zum Social-Media-Manager qualifizieren. Wie fällt ihr Fazit aus?

Andreas Leonhard: Die Fortbildung zum Social-Media-Manager ist an unserer Akademie der am stärksten gebuchte Lehrgang. Rund 600 Menschen haben wir in diesem Bereich schon ausgebildet.

acquisa: Worin sehen Sie die Gründe für dieses Interesse?

Leonhard: Hier kommen verschiedene Aspekte zusammen. Zum einen beruht unsere Didaktik auf dem System eines selbstbestimmten Lernens. Die Kurse werden komplett online abgewickelt, was berufstätigen Menschen entgegen kommt. Lediglich für die Videochats mit den Dozenten gibt es fixe Online-Termine. Hinzukommt, dass immer mehr Unternehmen Social Media für sich entdecken. Vor allem Mittelständler und kleine Unternehmen erkennen die Bedeutung von Social Media.

acquisa: Werden die kommenden Social-Media-Manager von ihren Unternehmen geschickt oder wollen sie sich aus Eigeninitiative heraus weiterbilden?

Leonhard: Sowohl als auch. Die Intention kann höchst unterscheidlich sein. Manche Teilnehmer bilden sich auf Eigeninitiative weiter, weil sie im Unternehmen neue Aufgaben betreuen sollen oder weil sie einen Schritt auf der Karriereleiter vorankommen möchten. Andere werden von ihrer Firma geschickt. Allen gemein ist, dass sie aus unterschiedlichsten Abteilungen kommen – vom Marketing über die Kommunikation bis hin zu kompletten Quereinsteigern.

acquisa: Welche Eigenschaften sollte ein Social-Media-Manager denn mitbringen, um erfolgreich wirken zu können?

Leonhard: Das Wichtigste ist ein gutes Kommunikationsvermögen, nicht nur in Richtung Kunde. Man sollte auch ein Gespür dafür haben, wie man mit seinen internen Stakeholdern kommuniziert. Denn eine der größten Herausforderungen ist es, intern die Entscheider zu überzeugen, dass Social Media keine Dauerbaustelle ist, sondern als wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation eingestuft wird. Außerdem sind noch viel Geduld und Ausdauer gefragt. Es ist kein Beruf, der schnelle Erfolge liefert. Die Arbeit als Social-Media Manager ist eher langfristig ausgelegt.

acquisa: Das Interesse an Social Media ist groß, gleichzeitig wird es für immer mehr Firmen zwischen Füssen und Flensburg zur Normalität. Haben wir den Höhepunkt dieser Entwicklung etwa schon gesehen?

Leonhard: Nein, im Gegenteil. Wir verzeichnen eine extrem steigende Nachfrage in diesem Bereich. Die großen Konzerne sind der Entwicklung sicher ein bis zwei Jahre voraus. Im deutschen Mittelstand indes und in den vielen kleinen Unternehmen hiuerzulande beginnt man erst jetzt, entsprechende Stellen zu schaffen. Ein Ende des Booms erwarten wir vorerst nicht.

Laut einer Studie von Steria Mummert Consulting gehen die Social-Media-Aktivitäten vieler Firmen allerdings an den Kundenbedürfnissen vorbei.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing, Mittelstand, Marketing

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