"Adblocker sind eine Warnung der Konsumenten." Bild: Haufe Online Redaktion

Anstatt sich ständig über Werbeblocker zu beschweren, sollte die Branche lieber nach Lösungen suchen, Werbung so auszuspielen, dass sie für den User akzeptabel ist und Adblocker wieder obsolet werden.

Werbeblocker sind auf dem Vormarsch, das belegen etliche Studien. Laut einer Studie verbannt die Mehrheit der Millennials auf diese Weise bereits Werbung von sämtlichen Bildschirmen. Aus Konsumentensicht muss man nicht lange nach Gründen für die Nutzung von Werbeblockern suchen. Niemand mag die oft schlecht konzipierten, für den Betrachter meist irrelevanten Werbeanzeigen, die immer mehr (oder bei mobilen Endgeräten sogar die ganze) Bildschirmfläche in Anspruch nehmen. Wir als die Werbeindustrie auf der anderen Seite, sollten Werbeblocker anstatt als Bedrohung, eher als das wahrnehmen, was sie tatsächlich sind: Nämlich eine Warnung der Konsumenten, die uns mitteilen wollen, dass wir es zu weit getrieben haben.

Lange Zeit haben Nachrichtenagenturen und Verlage ihre Inhalte gratis zur Verfügung gestellt. Doch nachdem Informationen vermehrt ausschließlich über das Internet bezogen werden und die Auflagen der Printtitel zurückgingen, mussten neue Möglichkeiten geschaffen werden, um die Kosten zu decken. Deshalb wurden sogenannte Bezahlschranken für gewisse Inhalte eingeführt und auch die Ausspielung von Werbung hat zugenommen. Verleger müssen sich allerdings auch über das Leseerlebnis des Kunden Gedanken machen, sowie darüber, wie sehr die geschaltete Werbung den User negativ beeinträchtigen darf.

Adblocker-Diskussion: Die Customer Experience hat gelitten

Meiner Meinung nach sollten Verlage dabei insbesondere auf folgende Dinge achten, damit die Customer Experience nicht leidet:

  • Die Ladezeit der Seiten darf unter der Ausspielung von Werbung nicht leiden. Punkt.
  • Nicht nur wird eine Anzeige eher geklickt, sie wird auch als weniger störend empfunden, wenn sie für den  User Relevanz hat. Besonders im Verlags-Umfeld sollte man unbedingt darauf achten, dass die Anzeigen zum Inhalt der Artikel passen. Denn jemand, der den Artikel geklickt hat, hat sein Interesse an dem Thema schon bekundet.
  • Auch die Optik der Seite ist weiterhin entscheidend. Geht zu viel vom eigenen Branding verloren, weil überall nur noch Anzeigen blinken, wirkt eine Seite nicht sonderlich vertrauenswürdig und auf Dauer bleiben User und damit Werbekunden aus.
  • Insbesondere gilt jetzt, da der Trend in Richtung der kleineren Bildschirme von Mobilgeräten geht, dass kleine, weniger störende Werbung viel eher tolerierbar ist als die großen Werbebanner.

Wenn Verleger also weiterhin vermehrt auf die Einkünfte aus Werbung setzen wollen, dann sollten sie mit neuen Lösungen aufwarten, denn nur so kann es gelingen, dass sowohl die Werbung, als auch der eigentliche Inhalt für den Kunden eine angenehme Erfahrung bleibt.

Weiterlesen: Wofür Deutsche ihre Adblocker deaktivieren

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Werbung

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