Bild: Haufe Online Redaktion

Viele Unternehmen arbeiten noch daran, bei der Suchmaschinenoptimierung mit den Google-Updates Schritt zu halten oder Marketing Automation einzuführen. Doch das Rad dreht sich schon weiter: Programmatic Advertising wird zum Massenmarkt und das Smartphone zum Dreh- und Angelpunkt der Kundenbeziehung. Rechtzeitig zur dmexco wirft acquisa einen Blick auf das, was kommt.

Der Unternehmensberater Kai Platschke warnt in seinem Aufmacheressay zum Thema Digitales Marketing: Unternehmen müssen aufpassen, dass sie sich von der digitalen Welt nicht ablenken lassen, intensive und haltbare Kundenbeziehungen aufzubauen. Immerhin biete die Digitalisierung viel bessere Möglichkeiten, wesentlich näher an den Kunden heranzukommen als zu Zeiten des traditionellen Marketing. Doch das laufe ins Leere, wenn man nicht auf relevante Beziehungen setzt.

Digitales Marketing: Alles ist möglich

"Wir können uns nicht auf jede technische Innovation vorbereiten, sonst wären es ja keine Innovationen!", sagt Platschke, Autor des Buchs "Beyond Digital". "Wenn wir aber für unsere Marken ein strategisches Framework schaffen, das unabhängig von den zum Einsatz kommenden Plattformen ist, können wir auch jede neue Plattform nutzen, um unserem Ziel näher zu kommen." Kanäle, Inhalte oder Agilität spielen, so der Experte, am Ende eher eine untergeordnete Rolle: "Was zählt sind relevante Beziehungen".

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OTTO auf dem Weg zum Marketplace

Ein Highlight in der aktuellen Ausgabe ist sicherlich das Interview mit Dr. Rainer Hillebrand, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Otto Group. Dem Hamburger Unternehmen geht es so gut, dass es für das Jahr 2022/23 einen Umsatz von 17 Milliarden Euro anpeilt, hunderte neue Mitarbeiter vor allem im E-Commerce einstellen will und in Köpfe, Logistik, Technik und Geschäftsmodelle investieren wird. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende erklärt, warum die Otto Group ihr Ökosystem geöffnet hat - und wie sie OTTO zu einer Plattform weiterentwickelt, auf der auch externe Händler Produkte anbieten können. 

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Hillebrand bricht zudem eine Lanze für den stationären Handel: "Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen auch stationär gern einkaufen, und dass der stationäre Einzelhandel keineswegs tot ist". Aber er müsse sich verändern. "Der stationäre Handel muss genau das aufgreifen, was wir für uns erkannt haben: Lead, Speed, Data", sagt Rainer Hillebrand.

Inbound Selling für nachhaltiges Wachstum

Lesenswert ist auch ein Beitrag über Inbound Selling von Nikolas Beutin und Matthias Riveiro, beide Partner bei PricewaterhouseCoopers (PwC) im Bereich Customer Practice. Demnach sitzen Unternehmen auf einem wahren Datenschatz. Den können und sollten Unternehmen für intelligentes Inbound Selling nutzen. Doch der Weg zum Erfolg ist steinig: "Unternehmen brauchen ein Ziel, belastbare Zahlen und sehr gute Mitarbeiter", so das Berater-Duo. Aber die Mühe lohnt: Wandeln Mitarbeiter im Service-Center eine vom Kunden initiierte Kontakt- oder Serviceanfrage gezielt in einen Verkaufsprozess um, sind die Umsatz-, Ertrags- und Kundenbindungspotenziale beträchtlich: Die typischen Erfolgsquoten liegen nach Analyse der Berater zwischen 30 bis 40 Prozent.

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Unterdessen erklärt Wolfgang Henseler, Professor für Digitale Medien und Master of Creative Directions an der Hochschule Pforzheim – Fakultät für Gestaltung, die Regeln der Welt 4.0 und des neuen Marketing: "Datenbasiertes Business, in dessen Mittelpunkt nicht die Technologie, sondern der Nutzen für den Menschen steht, wird immer wichtiger", sagt Henseler im Interview. Der Creative Managing Director bei Sensory-Minds, einem Designstudio für innovative Technologien und smarte Medien, zeigt, wie und warum Unternehmen ihre Daten ökonomisieren müssen.

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Von WebVR bis Micro-Moments

Weitere Themen in acquisa: Wenn der Webbrowser plötzlich Gefühle zeigt - warum WebVR das neue neue Zauberwort ist, das das Blut von Online-Marketern in Wallung bringt. Und wie das Konzept der Micro-Moments hilft, Kundenerlebnisse zu verbessern. Zu guter Letzt noch ein Blick in die Zukunft der Customer Experience: Von Chatbots bis Amazon Echo - wie sich die (digitale) Customer Journey in den kommenden fünf bis zehn Jahren entwickelt - und was Kunden von Unternehmen diesbezüglich erwarten.

Hier geht's zur Bilderserie "Die Highlights der acquisa 5/2017"

Schlagworte zum Thema:  Digitales Marketing, Digitalisierung, E-Commerce, Marketing Automation

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