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Social Media hat viele Facetten. Bild: Fotolia LLC.

Am 20.06.2017 fand zum dritten Mal die Hashtag Business Social Media Konferenz statt. Knapp 200 Teilnehmer versammelten sich im Pullman Cologne, um Einblicke in die Social-Media-Strategien von Unternehmen wie Würth Elektronik oder der Bahn, Organisationen wie der Bundeswehr, Social-Media-Phänomenen wie Rechtsanwalt Christian Solmecke oder Veranstaltungen wie dem Summer Breeze Open Air zu erhalten.

Sieben Kernthesen aus den acht Vorträgen und zwei Podiumsrunden lesen Sie im Folgenden.

1. "Wenn der Post auch von einem anderen Unternehmen kommen könnte, ist er schlecht und wird nicht veröffentlicht."

Social-Media-Profi und Blogger Kai Thrun, der das Social Media Marketing bei Freigeist Hotels macht, brachte seine Strategie, guten und markenbildenden Content zu finden, mit diesem Satz auf den Punkt. Jeder Post muss die unverwechselbare DNA des Unternehmens enthalten, beliebige und austauschbare Inhalte bringen nichts und sollten nicht veröffentlicht werden.

2. Finde einen Bereich in deinem Unternehmen, der sich für Social Media eignet – das geht in fast jedem Unternehmen!

Christopher Becht von Würth Elektronik zeigte, wie er in seinem Unternehmen soziale Medien einsetzt. Die Elektronik-B2B-Sparte ist nicht gerade das, was auf Facebook und Instagram gut abgeht – langweilige Produkte, wenig Emotion. Das Unternehmen sponsert aber auch ein E-Mobilty-Rennteam und das wiederum ist ideal. So lässt sich die Marke durch die Hintertür transportieren. In fast jedem Unternehmen gibt es Themen, Bereiche oder Inhalte, die sich für Social Media eignen, man muss sie nur finden und entsprechend aufbereiten. "Geht bei uns nicht" greift einfach zu kurz.

3. Die einzige harte Währung im Social Web ist die Interaktion.

Benedikt Böckenförde, Gründer von extrem interaktionsstarken Social-Media-Marken wie Visual Statements, Ich hör nur Mimimi, Lieblingsmensch oder Vollzeitprinzessin setzt voll auf Interaktionen. Der Content wird genau so erstellt und zugeschnitten, wie er sein muss, um möglichst viele Likes, Shares und Kommentare zu erzielen und dadurch die maximale Reichweite zu erzielen. Dafür lässt sich das Team aus unterschiedlichsten Quellen inspirieren. Der Erfolg gibt ihm Recht: Sein Imperium ist mittlerweile der interaktionsstärkste Publisher im deutschen Social Web mit mehr als 8 Millionen Interaktionen pro Monat und einer Reichweite von 20 Millionen Menschen.

4. Mit Gebrauchsmuster können auch sonst nicht schutzfähige Inhalte im Social Web geschützt werden.

Leider sind die meisten Tweets und Facebook-Posts schon aufgrund ihrer Länge nicht vom Urheberrecht geschützt. Das gilt auch, wenn sie in Spruchbildern (wie sie zum Beispiel Visual Statemente verwendet) eingebettet sind. Es gibt allerdings eine Ausnahme, die Rechtsanwalt Niklas Plutte verraten hat: Man kann fertig designte Posts als Gebrauchsmuster schützen, sogar extrem kostengünstig. Dadurch wird zwar nicht der reine Textinhalt geschützt, wohl aber die visuelle Darstellung, was häufig schon ausreicht, um gegen Copycats vorzugehen.

5. Einmal Experte, immer Experte.

Wenn jemand einmal von den Medien als Experte abgespeichert wurde, wird er immer wieder als Experte angefragt. Diese Erfahrung hat Rechtsanwalt Christian Solmecke mit vielen Beispielen belegt. Er selbst ist fast täglich im Fernsehen zu sehen, zu ganz unterschiedlichen Themen: neben seinem eigenen Fachbereich IT- und Medienrecht auch zu arbeitsrechtlichen, vertragsrechtlichen oder sogar sozialrechtlichen Fragestellungen. Geschafft hat er das großteils durch seinen sehr aktiven Youtube-Auftritt, in dem er seit Jahren täglich ein Video veröffentlicht und als erster Jura-Kanal in Europa die 100.000-Abonnenten-Marke durchbrochen hat.

6. Im Mittelpunkt muss die Story stehen, nicht die Kanäle.

Viel zu oft entscheiden Unternehmen bereits zu Beginn ihrer Social-Media-Planungen, dass sie auf Facebook oder auf Snapchat aktiv werden wollen, weil… tja, warum eigentlich? Weil das jetzt jeder macht? Weil in den Nachrichten kam, dass die Kanäle jetzt wichtig sind? Weil der Chef das auf einer Konferenz gehört hat? Niko Kirch, Social-Media-Chef der Deutschen Bahn Personenverkehr, hat das interne Social-Media-Modell vorgestellt, bei dem ganz klar die Story im Mittelpunkt steht. Erst wenn diese definiert, erstellt und formatiert ist, kommt die Auswahl der Kanäle an die Reihe. Nur so herum gelingt dauerhaft erfolgreiches Social Media- und Content Marketing.

7. Die Bots kommen und jetzt ist die Zeit, sich darauf vorzubereiten.

Was wie eine Drohung klingt, war eigentlich nur das Fazit aus der Diskussionsrunde zum Thema "Chatbots im Praxischeck", an der der Geschäftsführer von Dirico.io, die Mitgründerin von Botfriends und Eric Heinemann von Hanseflow teilnahmen. Alle waren sich einig: Den Chatbots gehört die Zukunft, auch wenn sie heute noch in den Kinderschuhen stecken. Die Aufgaben, die Bots künftig übernehmen werden, sind vielfältig und erstrecken sich weit hinein in den E-Commerce, den Kundensupport und die Kundenbindung. Jedes Unternehmen sollte genau prüfen, welche Anwendungsmöglichkeiten sich für Chat- und Messengerbots ergeben, viel experimentieren und gerne auch Fehler machen. Jetzt ist die Zeit für Tests und Fehler, in einigen Jahren sieht das dann anders aus.

Einige Vorträge wurden auf der Fanpage von Felix Beilharz live gestreamt und stehen jetzt als Aufzeichnung zur Verfügung.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing, Content Marketing, Social Media Marketing

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