26.05.2014 | Top-Thema Interview mit Carsten Cramer vom BVB über Marketing im Sport

"Wir kommunizieren das ganze Jahr über und 24/7 in den sozialen Medien"

Kapitel
"Man kann sich nicht virtuell ins Stadion beamen."
Bild: Borussia Dortmund

Am Ende zählt auf dem Platz - deshalb ist es nur logisch, dass Content Marketing für den BVB eine besondere Rolle spielt. Und zwar auch mobil und in den Social Media.

acquisa: Sie haben kürzlich von einer Art digitaler Dauerkarte gesprochen, die es Menschen, die nicht im Stadion sein können, ermöglicht, am Erlebnis Borussia Dortmund teilzunehmen. In welche Richtung soll es da gehen? Machen Sie deshalb auch das Stadion WLAN-fähig?

Cramer: Wir wollen am Spieltag Inhalte über die BVB-App oder eine eigene Spieltags-App zur Verfügung stellen. Wir wollen vorher Emotionen aufbauen und die Menschen nach dem Spiel wieder abholen. Während des Spiels wollen wir keine Konkurrenz zu Sky bilden. Wir posten zwar ergänzend Bilder vom Spiel, aber übertreiben es nicht. Wir wollen kein digitales Daumenkino als Alternativszenario machen. Denn nichts kann das Liveerlebnis ersetzen oder es künstlich erzeugen. Man kann sich nicht virtuell ins Stadion beamen.

acquisa: In den Social Media wird sehr viel über Fußball gesprochen: Bietet die Marke und das Interesse am Fußball nicht genügend Potenzial, den Dialog auch jenseits des jeweiligen Spieltags zu forcieren?

Cramer: Wir kommunizieren das ganze Jahr über und 24/7 in den sozialen Medien. Es muss aber immer einen Sinn haben. Wenn es mal nichts zu berichten gibt, dann gibt es auch nichts. Allerdings haben wir sehr viel interessanten Content. Und wir posten auf jedem Kanal anders. Ein Tor-Tweet auf Twitter sieht zum Beispiel anders aus als auf Facebook. Wir versuchen da auch, die Leute zum Schmunzeln zu bringen.

acquisa: Wie lässt sich das Erlebnis Borussia Dortmund in der digitalen Welt konkret abbilden? Mit welchen Inhalten arbeiten Sie da zum Beispiel?

Cramer: Wir haben am Anfang der Woche eine Kommunikationsrunde, wo alle Kollegen Inhalte zusammentragen, und schauen, welche Inhalte noch neu erstellt werden können. Dort wird auch entschieden, welche Inhalte wie gebracht werden. Wir machen Vorberichte und Nachberichte. Es gibt da keinen inhaltlichen Mangel, seien es Vertragsverlängerungen oder auch mal private Geschichten. Die Inhalte werden dann so aufbereitet, dass sie eine positive Rückmeldung erfahren.

acquisa: Welche Rolle spielt die Second-Screen-Nutzung durch die Fans für Sie? Haben Sie ein entsprechendes Monitoring?

Cramer: Ja, wir haben ein Monitoring zum Nutzungsverhalten in den Social Media. Im Stadion selbst wünschen wir uns ab 15:30 Uhr allerdings eine Fokussierung auf das Spiel. Aber wir bemerken natürlich die Tendenz. Und mit unseren Inhalten können wir den Second Screen auch aufwerten, einen Mehrwert bieten. Es gibt ja auch die Zeit vor und nach dem Spiel. Es wird von uns im Laufe der nächsten Saison ein intelligentes Angebot geben, aber wir werden dem Second Screen auch Ruhephasen gönnen.

Schlagworte zum Thema:  Marketing, Marke, Online-Marketing, Social Media

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