15.03.2013 | Internet

Digitalisierung mit negativen Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Gerade bei Jugendlichen beobachten die Experten die negativen Auswirkungen einer digitalisierten Welt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Digitalisierung der Gesellschaft bringt nicht nur Gutes mit sich. Eine Studie im Auftrag der Internet World Messe vom Institut Ibi Research hat herausgefunden, dass die Auswirkungen die Arbeitswelt am stärksten betreffen, weil zum Beispiel Umgangsformen leiden und Konzentrationsschwächen zunehmen.

Für 69 Prozent der 1.000 befragten Online-Experten ist die Digitalisierung der Gesellschaft mit sehr konkreten Nachteilen verknüpft: Permanente Erreichbarkeit und weniger persönliche Kontakte gehören beispielsweise dazu. Die Studie beleuchtet neben den Auswirkungen dieser Veränderungen auf den Arbeitsalltag auch den Datenschutz oder den Umgang mit digitalen Inhalten.

Die stärksten Auswirkungen sehen 91 Prozent der Internetexperten jedoch im Bereich der Arbeitswelt. 79 Prozent geben an, bereits jetzt ein verändertes Arbeitsverhalten der Arbeitnehmer im Büro zu erkennen. Grund dafür seien vor allem Social Networks, deren Nutzung dazu führe, dass die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem immer mehr abnehme. Außerdem beobachten die Befragten eine Abnahme der Höflichkeitsformen und eine Zunahme von Konzentrationsschwächen. Neben diesen negativen Auswirkungen gibt es aber auch durchaus positive Effekte, sagt Studienleiter Michael Wittmann, Consultant bei Ibi Research an der Universität Regensburg. Für ihn gehören eine größere Bereitschaft zur Kommunikation und Transparenz zu diesen positiven Effekten.

85 Prozent der Befragten beobachten die genannten Entwicklungen vor allem bei jüngeren Arbeitsnehmern. Die Mehrheit sieht Nachholbedarf bei den Themen Respekt (60 Prozent) und Umgangsformen (55 Prozent). Viele Jugendliche bräuchten dringend Unterstützung im Umgang mit sozialen Netzwerken. Die Verantwortung dafür liege bei Erziehungsberechtigen und Bildungseinrichtungen gleichermaßen. Dem eigenen Kind würden immerhin 28 Prozent der Umfrageteilnehmer erst ab einem Alter von 15 Jahren die Nutzung von Social Media erlauben.

Politik kein Kompetenzträger in punkto Social Media

Im Hinblick auf die politischen Akteure sieht mehr als ein Viertel keine der großen Parteien als Kompetenzträger. Die größte Sachverständigkeit bei Internet-Themen und digitalen Medien spricht knapp die Hälfte noch der Piratenpartei zu. Ihr wird mit 38 Prozent auch die beste Social-Media-Kompetenz bescheinigt. Die konservativen Parteien schneiden hingegen beim Thema Datenschutz am besten ab: 23 Prozent traut hier der CDU/CSU am meisten zu.

Schlagworte zum Thema:  Internet, Datenschutz, Social Media

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