| Pilotprojekt

Zustellung: Hermes schickt Roboter auf die Straße

Keine Zukunftsmusik mehr. In Hamburg kommen Roboter als Zusteller zum Einsatz.
Bild: Daimler und Benz Stiftung/Oestergaard

Im Rahmen eines Pilotprojektes übernehmen Roboter ab Ende August in Hamburg einen Teil der Auslieferung von Hermes-Paketen. Bis Ende des Jahres dauert die Testphase in drei Stadtteilen an ausgewählte Kunden. Das Start-up Starship hat das bereits in London, Washington und Tallinn erprobt.

Hamburg sei eine der ersten Städte weltweit, die die Zukunft der Paketzustellung live erleben können, sagt Ahti Heinla, CEO von Starship. Während der viermonatigen Testphase pendeln die Zustellroboter zwischen den teilnehmenden Paketshops und den Testkunden in Ottensen, Volksdorf und im Grindel. Transportiert werden reguläre Sendungen, die im sogenannten Wunsch-Paket-Shop-Service verschickt werden. Dabei handelt es sich um Pakete, die auf Wunsch des Kunden nicht nach Hause, sondern in einen Hermes-Paketshop geliefert und dort abgeholt werden. Immer mehr Onlineshopper würden eine solche Lieferung der klassischen Haustürzustellung vorziehen, so Hermes.

Regulär hinterlegt Hermes eine Sendung zehn Tage lang zur Abholung im Shop. Hier kommen nun die Starship-Roboter zum Einsatz: Anstatt eine Sendung nach Anlieferung im Shop persönlich abzuholen, können die Tester per Smartphone einen Roboter beauftragen, ihnen die Sendung nach Hause zu bringen. Konventionelle Zustelltouren oder gar Zusteller ersetzen die Roboter somit nicht.

Lieferung innerhalb 30 Minuten, Anlieferzeit bestimmt der Kunde

Die Lieferung kann innerhalb von dreißig Minuten erfolgen, die Anlieferzeit bestimmt der Kunde. Hat das Fahrzeug sein Ziel erreicht, erhält der Empfänger eine SMS-Benachrichtigung und kann seine Sendung an der Haustür entgegennehmen. Das Öffnen des Transportfachs erfolgt über einen individuellen, verschlüsselten Öffnungslink. Wird versucht das Fach gewaltsam zu öffnen, löst der Roboter Alarm aus und verständigt automatisch die Zentrale.

Jeder Roboter ist während des Betriebs online und mit einem Mitarbeiter von Starship verbunden. Dieser sogenannte Operator überwacht die Fahrt auf dem Fußweg und kann im Notfall eingreifen. Bei den Tests in Hamburg ist zusätzlich eine weitere Person vor Ort, die den Roboter begleitet und für Fragen zur Verfügung steht. Das gilt insbesondere für die sogenannte Mapping Phase, in der der Roboter seine Testumgebung kennenlernt und sich mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut macht. Erst nach Abschluss dieser Erkundungsfahrten wäre ein autonomer Fahrbetrieb möglich. 

Auch andere Logistikunternehmen probieren aus, was in Sachen Zustellung so alles funktionieren kann.


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Schlagworte zum Thema:  Zustellung, E-Commerce, Mobile Commerce

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