05.05.2015 | Mail-Tipps

Wie geht rechtlich sicheres E-Mail-Marketing?

Recht: Was Sie beim E-Mail-Marketing beachten müssen
Bild: Digital Vision

E-Mails für werbliche Zwecke sind nur dann zulässig, wenn der Empfänger vorher zustimmt. Allein diese Randnotiz des E-Mail-Marketings zeigt, wie wichtig eine solide rechtliche Grundlage ist. Newsletter2Go hat zusammengetragen, auf was es ankommt.

Der Empfänger muss Werbe-E-Mails nicht nur ausdrücklich zustimmen, der Absender muss diese Zustimmung auch nachweisen können. Ist das nicht möglich, kann bereits eine Werbe-Mail zu einer Abmahnung in Höhe von 4.000 Euro führen. Bei gewerblichen Empfängern steigt der Streitwert auf 4.000 Euro. Sind mehr als fünf Werbe-E-Mails im Spiel, sind es sogar 12.500 Euro – unabhängig von den Anwaltskosten und zusätzlichen Vertragsstrafen. Im schlimmsten Fall kann es zur Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bußgeldern von bis zu 300.000 Euro kommen. Merke: Ohne ausdrückliche Einwilligung ist E-Mail-Marketing sehr riskant.

 

Grundregeln für rechtssichere Mails

Die oberste Regel, eine ausdrückliche Einwilligung, ist unmissverständlich. Aber ab wann liegt diese vor? Immer dann, wenn der Nutzer die Einwilligung zum Erhalt von Newslettern bewusst und eindeutig erteilt hat, mindestens ein bewusster Klick ist dafür nötig. Zusätzlich muss die Einwilligungserklärung gesondert von anderen Erklärungen erteilt werden. Newsletter2Go empfiehlt deswegen die Verwendung einer nicht-vorangekreuzten Double-Opt-In-Checkbox. Eine vormarkierte Checkbox ist als Einwilligung nicht ausreichend. Nach der Anmeldung sollte deswegen eine E-Mail mit einem Bestätigungslink verschickt werden. Die Antwort muss protokolliert werden und jederzeit nachweisbar sein (z.B. in Server-Log-Files).

Es empfiehlt sich, als Pflichtfeld bei der Anmeldung nur die E-Mail-Adresse abzufragen. Alle anderen Angaben sollten freiwillig sein. Unter keinen Umständen sollten Sie einen Datenschutzhinweis über Art, Zweck und Umfang der persönlichen Daten und eine gut sichtbare Möglichkeit zum Widerruf vergessen. Eine AGB-Bestätigung sollte von der Anmeldung getrennt sein. Datenschutz- und Widerrufshinweise sollten immer als Fließtext direkt unter dem Anmeldeformular oder als Link vorhanden sein.

Werbung ist in einer Bestätigungsmail nicht zulässig. Werbliche Inhalte in solchen Mails können eine Abmahnung zur Folge haben. Außerdem müssen Nutzer jederzeit Zugang zum Inhalt ihrer Zustimmungserklärung haben. Dazu zählt auch, jederzeit die Möglichkeit zu haben, diese Erklärung zu widerrufen. Es muss daher sichergestellt sein, dass sich alle Empfänger jederzeit wieder abmelden können. Idealerweise sollte in jedem Newsletter die Möglichkeit bestehen, selbigen abzubestellen oder zumindest auf die Möglichkeit hingewiesen werden. Bestellt der Nutzer den Newsletter ab, ist eine gesonderte Abbestellungs-Mail eine Unsitte.

 

Häufige Probleme

Newsletter2Go weist auf einige Gerichtsurteile hin, die 2015 besonders zu beachten sind:

Tell-A-Friend: Diese Form des Empfehlungsmarketings ist zulässig, wenn der Name und die E-Mail-Adresse des Empfehlenden als Absender angezeigt werden und nicht das werbende Unternehmen.

Autoresponder mit Werbung: Werbung in Abwesenheitsnotizen ist unzulässig. Autoresponder dürfen keine werbenden Inhalte enthalten.

 Feedback-Fragen: Das Anbieten einer geldwerten Entschädigung für die Abgabe einer Bewertung auf Bewertungsportalen ist nicht erlaubt.

 

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Schlagworte zum Thema:  E-Mail-Marketing, E-Mail, E-Mail-Sicherheit, Online-Recht, Opt-out

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