11.07.2012 | Top-Thema Werbung auf Facebook: Was erlaubt und was verboten ist

In der Regel unzulässige Werbung bei Facebook

Kapitel
Freundschaftsanfragen und Empfehlungen sind nur bei vorliegendem Opt-In erlaubt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Alle anderen als die oben genannten Werbemaßnahmen sind nur unter strengen Voraussetzungen zulässig.

Dazu gehören:

- Schreiben einer direkten Werbenachricht an einen Nutzer.

- Schreiben auf dessen Pinnwand.

- Einladung zu einer Veranstaltung.

- Werbung auf der eigenen Pinnwand, die dann den Freunden angezeigt wird.

- Einladung zu einer Fanseite.

 

Ohne Einwilligung keine Werbung

Diese Werbemaßnahmen sind nur zulässig, wenn der Nutzer darin eingewilligt hat. Nicht ausreichend dafür ist der „Gefällt mir“-Klick auf ein Firmenprofil: mit diesem willigt ein Nutzer nur in den Erhalt von Nachrichten in der Timeline ein, nicht in jedoch in andere Werbemittel. Dies gilt auch für Einladungen, bei einer Facebook-Seite „Fan“ zu werden. Diese stellen für sich schon Werbung für das Unternehmen dar und sind daher unzulässig, obwohl Facebook diese Möglichkeit anbietet und dies eine einfache Möglichkeit bietet, viele Fans zu erhalten. Solange man also nicht eine ausdrückliche Einwilligung erhalten hat (die man gerichtssicher dokumentieren muss!), sollte man keine werbenden persönlichen Nachrichten schicken.

- Ein Kommentar zu einem Beitrag unterfällt ebenfalls diesen Regeln. Zusätzlich jedoch ist darauf zu achten, die Werbung nicht verdeckt zu betreiben, da dann zusätzlich gegen das Verbot der Verschleierung von Werbung (§ 4 Nr. 3 UWG) verstoßen wird.

- Freundschaftsanfrage. Dies gilt auch für eine Freundschaftsanfrage. Wenn der Profilname oder die sichtbare Seite keine erkennbare Werbung trägt, ist die Anfrage zulässig. Wenn ein Nutzer die Anfrage akzeptiert und dann Werbung mittels Posts auf der Timeline erhält, ist dies rechtswidrig. Jedenfalls unzulässige Werbung stellt die Freundschaftsanfrage dar, wenn diese sofort als solche zu erkennen ist.

- Nachrichten über den „Freundefinder”: Bei Nutzung des „Freundefinder“-Services von Facebook (den diese vor allem zum Sammeln der Adressdaten verwenden) handelt nicht nur Facebook selbst rechtswidrig (siehe Urteil des LG Berlin), sondern auch der Nutzer, der im Geschäftsverkehr dies zur Werbung für sein Geschäft nutzt, da die Dritten dort ungewollt E-Mails von diesem erhalten.

- Dies gilt auch für Werbung durch Privatnutzer über Apps. Wenn ein Nutzer eine Facebook App installiert, ist es möglich, dass alle Freunde des Facebook-Nutzers die Werbemitteilungen erhalten, die der App-Nutzer erhält. Dies stellt eine unzulässige Werbung des Werbetreibenden gegenüber den Freunden des Nutzers dar, da diese nicht über die Installation der App eingewilligt haben.

Schlagworte zum Thema:  Facebook, Social Media, Werbung

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