| Wettbewerbsrecht

Wer mit einem Urteil der Stiftung Warentest wirbt, muss auch das Gesamtranking nennen

Das OLG Frankfurt stellt klare Regeln für die Werbung mit Qualitätsurteilen auf.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Werbung, die eine Ware oder eine Dienstleistung mit einem Qualitätsurteil der Stiftung Warentest anpreist, darf das Ergebnis im Gesamtranking nicht verschweigen. Laut einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt wäre dies eine irreführende Werbung.

Im verhandelten Fall wurde in einem TV-Werbespot für einen Nassrasierer geworben. Bei der Stiftung Warentest war er mit der Endnote „gut“ bewertet worden, worauf der Werbespot hinwies. Dass der Rasierer im Gesamtranking auf dem sechsten von insgesamt 15 Plätzen lag, wurde dabei jedoch verschwiegen. Geht so nicht, lautet das Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt, nachdem ein Mitbewerber geklagt hatte: Der Rang des Qualitätsurteils im Rahmen des Gesamttests müsse unbedingt deutlich gemacht werden. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Produkte der Konkurrenz zum Teil mit „sehr gut“ abgeschnitten hätten. Ein insgesamt überdurchschnittliches Testergebnis ändere daran nichts. Grund: Das Interesse der Verbraucher, über das tatsächliche Abschneiden des Produktes im Rahmen der Gesamtbewertung informiert zu werden, bestehe auch dann, wenn die Stiftung Warentest dem Produkt eine überdurchschnittliche Qualität attestiert hat.

Hier finden Sie das komplette Urteil.

Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsrecht, Werbung, Marketing

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