Um die Paketmengen zu bewältigen, werden vor Weihnachten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Bild: Hermes

Trotz zusätzlicher Kapazitäten zur Bewältigung des Weihnachtsgeschäfts, führt Hermes Mengenobergrenzen für Onlinehändler ein. Das prognostizierte Sendungswachstum von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr stelle die gesamte deutsche Logistikbranche vor eine Kraftprobe, so das Unternehmen.

An Spitzentagen erwartet das Logistikunternehmen sogar ein Plus von 20 Prozent und mehr gegenüber Weihnachten 2016. Um diesen rasanten Anstieg zu bewältigen, führt Hermes erstmals Mengenobergrenzen ein. Erste Auftraggeber seien bereits darüber informiert worden, so ein Unternehmenssprecher. Diese Obergrenzen dienten der Planungssicherheit für beide Seiten. Zwar werde es eine Kulanz nach oben geben, dennoch müssten sich Händler darauf einstellen, ab einem bestimmten Punkt umzurouten und zu anderen Dienstleistern zu wechseln. Dies sei in der Regel kein Problem, weil die Unternehmen meist mit mehreren Logistikdienstleistern zusammenarbeiten würden.

Letzte Meile im Onlinehandel als größte Herausforderung

Kapazitäten seien immer endlich, erklärt auch Dirk Rahn, Geschäftsführer Operations von Hermes Germany. Dies gelte für die Paketlogistik ebenso wie für den Flug- oder Bahnverkehr, aller Reserven zum Trotz. Eine besondere Herausforderung sei die letzte Meile, sie werde für die Branche zum Nadelöhr, weil der Arbeitsmarkt für Zusteller hierzulande de facto leer sei. Dies sei nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Gratis-Versand-Mentalität auf Verbraucherseite es kaum möglich mache, den Job des Paketzustellers finanziell attraktiver zu gestalten. Er fordert deshalb eine angemessene Preispolitik, die die Leistung der Paketdienste auch finanziell wertschätzt.

Die mengenstärksten Tage mit jeweils deutlich über zwei Millionen Paketen pro Tag erwartet Hermes für Anfang und Mitte Dezember. Das Unternehmen erhöht seine bundesweiten Transportkapazitäten bis Mitte Januar 2018 deutlich, um Versandspitzen abzufedern.

Paketzustellung: Wunschtermin geht vor Schnelligkeit

Verbraucher sind unzufrieden mit der Paketzustellung

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Logistik, Zustellung

Aktuell
Meistgelesen