| Datenschutz

Datenschutz: Verbraucherministerin und Bitkom plädieren für strenge internationale Standards

„Sicherheitsstandards müssen mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten“, sagt Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner bei einer Veranstaltung anlässlich des „Safer Internet Day“. Die Ministerin und Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf machen bei der Konferenz „Mobiles Internet? Ja sicher!“ ihre Standpunkte deutlich.

Eine neue repräsentative Studie der Bitkom hat ergeben, dass vier von fünf Internetnutzern Daten im Web veröffentlichen oder speichern. Die Nutzung mobiler Geräte, die den Abruf von E-Mails und den Zugang zum Web überall und zu jeder Zeit ermöglichen, erfordere eine Anpassung technischer Standards, um den Schutz persönlicher Daten zu gewährleisten, so die Ministerin bei der Konferenz am 7. Februar in Berlin. Die Bitkom rät Anbietern deshalb zu Transparenz. Nur so könne Vertrauen entstehen, sagt Prof. Dr. Kempf. Datenschutz sei in vielen Unternehmen schon jetzt Chefsache: Branchenübergreifend liege die Zuständigkeit in 41 Prozent der Unternehmen bei der Geschäftsführung, 33 Prozent legten die Verantwortung in die Hände eines Bereichsleiters und in jedem vierten Unternehmen sei die Fachabteilung involviert.

Besonders heikel sei das Thema Datenschutz bei Smartphone-Applikationen, so Kempf. Er rät Unternehmen deshalb, mit verständlichen Formulierungen dazu beizutragen, dass sich Anwender auch auf mobilen Geräten mit den Regelungen auseinandersetzten. Unabhängig von der Art des Endgerätes würden bislang rund 30 Prozent der Anwender Datenschutzerklärungen überhaupt nicht lesen, weitere 49 Prozent täten dies nur selten oder manchmal. Dabei veröffentlichen Studien zufolge 72 Prozent der Onliner sowohl private Informationen  als auch Fotos. Ein persönliches Online-Profil besitzen sogar 80 Prozent der Internetnutzer.

Aigner betont außerdem die Bedeutung der aktuellen Initiative der EU-Kommission für einen einheitlichen Datenschutz in Europa. Sie fordert europaweit ein möglichst hohes Datenschutzniveau, das den deutschen Standard erreicht. Der Schutz der Verbraucherdaten müsse gewährleistet sein, unabhängig davon in welchem Land ein Nutzer lebt und die Unternehmen, die deren Daten verarbeiten, ihren Sitz haben. (sas)

Aktuell

Meistgelesen