06.11.2015 | Markt

Verbraucher würden für besseren Datenschutz zahlen

Die Anzahl derer, die für einen besseren Datenschutz bezahlen würden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Mehr als die Hälfte der Nutzer von Internetdiensten wie sozialen Netzwerken oder E-Mail-Diensten würde für einen besseren Datenschutz bezahlen. Das belegt eine Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (Vzbv).

Vor zwei Jahren lag der Anteil derer, denen der Schutz ihrer persönlichen Daten bares Geld wert war, erst bei 35 Prozent. Das Bewusstsein, dass im Internet nicht alles kostenlos angeboten werden könne, steige bei vielen Onlinern, erklärt Vzbv-Vorstand Klaus Müller. Unter den Befragten, die bereit wären, für einen bestmöglichen Datenschutz zu zahlen, würden 87 Prozent bis zu fünf Euro im Monat oder sogar mehr ausgeben. So liegt die persönliche Höchstgrenze für 54 Prozent bei fünf Euro, für 26 Prozent bei zehn Euro im Monat. Sieben Prozent wäre diese Sicherheit sogar mehr als zehn Euro wert.

Als größte Datenkraken bezeichnen die Befragten soziale Netzwerke und Kommunikationsdienste wie Facebook und Whatsapp. Die breite Mehrheit (84 Prozent) ist der Ansicht dass diese zu viele Daten sammeln. Kritisch äußern sich Verbraucher jedoch auch über die Datenerfassung bei Onlinekäufen (77 Prozent), Telefongesellschaftern und Internetanbietern (75 Prozent) sowie bei E-Mail-Diensten (65 Prozent).

Datenschutz soll gesetzlich strenger geregelt werden

Zwei von drei Verbrauchern beklagen die Tatsache, dass sie nicht wissen, wer ihre persönlichen Daten nutzt. Dabei geht es ihnen auch um den Identitätsklau: 46 Prozent befürchten, ein Fremder könnte mit ihren Daten online einkaufen, 42 Prozent haben sogar Angst davor, dass ein Unbekannter in ihrem Namen eine Straftat begeht.

Immerhin 65 Prozent sprechen sich für strengere gesetzliche Regelungen aus. Ebenso viele wollen, dass Verbraucherschützer gegen Datenschutzverstöße klagen können. Drei von vier Befragten tragen ihren Anteil zum Schutz ihrer Daten bei, indem sie bei der Preisgabe persönlicher Informationen vorsichtig sind.

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Social Media, Mediennutzung

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