Die Richter des BGH gaben den Verbraucherschützern recht. Bild: Haufe Online Redaktion

Beim Bezahlen im Internet darf die Sofortüberweisung nicht die einzige kostenlose Payment-Lösung sein. Zu diesem Urteil kam nun der Bundesgerichtshof (BGH), nachdem der Verbraucherzentrale Bundesverband geklagt hatte.

Im vorliegenden Fall ging es um DB Vertrieb. Bei Flugreisebuchungen über die Plattform start.de war die Sofortüberweisung die einzige kostenlose Bezahlmethode, die den Kunden zur Verfügung stand. Das Bezahlen per Kreditkarte kostete 12,90 Euro, bei einem Reisepreis von 120,06 Euro.

Payment-Lösung: Keine Einblicke in sensible Finanzdaten

Kunden, die nicht bereit waren, eine zusätzliche Gebühr zu bezahlen, blieb damit nur die Sofortüberweisung. Dabei öffnete sich ein Dialogfenster, eingegeben werden sollten die Kontodaten inklusive PIN und TAN, womit das Unternehmen Einblick in Kontostand, Disporahmen und eventuell weitere vorhandene Konten hatte.

Der BGH hat mit seinem Urteil diese Praxis nun für unzulässig erklärt. Damit bestätigt das Gericht die Auffassung der Verbraucherschützer, wonach die einzig unentgeltlich angebotene Zahlungsart Verbraucher nicht dazu zwingen dürfe, unbeteiligten Dritten Infos über sensible Finanzdaten zu übermitteln. Die Payment-Methode dürfe zwar weiterhin angeboten werden, jedoch müssten weitere kostenlose Bezahlverfahren angeboten werden. (Urteil vom 18.07.2017, KZR 39/16)

Das sind die Bezahlvorlieben der Deutschen - online und offline

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Payment, Urteil

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