| Urteil

Webseiten unterliegen nicht automatisch dem Urheberrecht

Wir haben es immer gewusst: Viele Websites sind nur solides Handwerk.
Bild: Haufe Online Redaktion

Webseiten sind grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt, so entschied das OG Celle in einem aktuellen Urteil (Az. 13 W 17/12). Weder die Veröffentlichung von sachlichen Informationen noch das handwerkliche Erstellen einer Website ergeben demnach einen urheberrechtlichen Schutz.

Die Kanzlei Dr. Damm & Partner verweist auf den vorliegenden Fall, bei dem der Beklagte auf seiner Website allgemeine ortsbezogene Nachrichten veröffentlichte. Dazu nutzte er auch Bilder und Texte von Dritten sowie öffentliche Bekanntmachungen von der Website der Klägerin. Außerdem gelangte der Nutzer über einen Link auf die Einblendung der Internetseite der Klägerin im Browserfenster des Beklagten. Nach Aufforderung der Klägerin stellte der Beklagte das Framing ein, weigerte sich jedoch, eine Unterlassungserklärung abzugeben, woraufhin die Klägerin Klage einreichte.

Das OLG Celle entschied, dass die Darstellung der Internetseite der Klägerin in einem gesonderten Fenster keine Nutzungsrechte verletze. Mangels „Schöpfungshöhe“ unterliege die Seite auch nicht dem Urheberrecht, da weder die Farbauswahl oder -kombination, noch die Anordnung der Bilder und Grafiken der Gestaltung eine besondere Originalität verleihen, sondern dem entsprechen, was bei der Erstellung eines Werbeauftritts im Internet handwerklich zu leisten ist. Auch ein wettbewerbsrechtlicher Unterlassungsanspruch scheidet in diesem Fall aus: Der Inhaber einer Internetseite muss laut OLG damit rechnen, dass auf diese verwiesen wird. Da die Fotos und Grafiken nicht von der Klägerin selbst erstellt wurden, besteht auch hierauf kein Urheberrecht seitens der Klägerin. Das komplette Urteil können Sie hier einsehen.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen