20.10.2014 | Urteil

Unpräzise Installationstermine sind Kunden nicht zumutbar

Wer hat nicht schon Stunden auf einen Techniker gewartet? Unzumutbar, sagt ein Bremer Gericht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Unpräzise Installationstermine im Sinne von "werktags zwischen 8 und 16 Uhr" sind Kunden nicht zumutbar. Zu diesem Urteil kam das Amtsgericht Bremen. 

Im vorliegenden Fall, den die Kanzlei Prof. Schweizer meldet, hatte ein Telekommunikationsunternehmen Schadenersatzansprüche für nicht erbrachte Leistungen gestellt, weil ein Installationstermin mit einem Kunden nie zustande kam. Grund: Als Termin nannte das Unternehmen die Zeit zwischen 8 und 16 Uhr an einem Werktag. Weil der Kunde jedoch berufstätig war und wegen der gedehnten Zeitangabe vom Techniker nie zu Hause angetroffen wurde – ein Telefonanschluss also nie freigeschaltet wurde – verlangte das Unternehmen schließlich Schadenersatz.

Das Amtsgericht Bremen gab der Klage nicht statt und begründete dies damit, dass ein Annahmeverzug, wie vom Kläger angegeben, nie vorgelegen habe. Auch eine Annahmeverweigerung konnten die Richter nicht erkennen. Unpräzise Installationstermine über einen Zeitraum von acht Stunden seien einem Arbeitsnehmer nicht zuzumuten. Das Telekommunikationsunternehmen könne vom Kunden nicht erwarten, dass dieser einen Urlaubstag opfere, um eine mehrstündige Wartezeit für einen Techniker zu akzeptieren, der nur wenige Minuten für seine Arbeit benötige. Eine schuldhafte Verletzung der Mitwirkungspflicht des Kunden konnten die Richter deshalb nicht erkennen. (Az. 9 c 481/12)

Schlagworte zum Thema:  Urteil, Recht, Kundenservice

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