28.05.2015 | Urteil

RTL und Prosiebensat.1 scheitern mit Klage gegen Werbeblocker

Das Landgericht München weist die Klage der beiden großen Medienunternehmen ab.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mit ihrer Klage gegen den Betreiber des Werbeblocker-Betreiber Adblock Plus, Eyeo, sind RTL und Prosiebensat.1 gescheitert. Das Landgericht München hat die Klage unter anderem mit der Begründung abgewiesen, dass kein kartellrechtliches Problem, wie von den Klägern angegeben, vorliege.

Die Medienunternehmen RTL und Prosiebensat.1 kritisieren das Geschäftsmodell von Eyeo mit Whitelistings. Anzeigen von Unternehmen, die auf dieser Liste vertreten sind, werden vom Werbeblocker verschont und auch dann weiter ausgeliefert, wenn User den Werbeblocker installiert haben. Kleinere Webseiten und Blogs zahlen nichts, größere Unternehmen zahlen bis zu 30 Prozent der Werbeeinnahmen. Eyeo verteidigt dieses Vorgehen mit dem erheblichen Betreuungsaufwand für große Unternehmen wie beispielsweise Google. Darin sehen die beiden Kläger ein kartellrechtliches Problem.

Das Landgericht München widerspricht dieser Ansicht. Ein Wettbewerbsverhältnis gebe es nicht zwischen Kläger und Beklagtem, ebenso keine gezielte Behinderung, denn die Entscheidung des Users zur Installation des Werbeblockers geschehe autonom. Darüber hinaus seien die Kläger nicht ausschließlich von Werbeeinnahmen abhängig.

Die Richter sehen auch keine urheberrechtliche oder kartellrechtliche Verletzung, weil Eyeo keine marktbeherrschende Stellung hat und weil der Anteil der User, die die beiden Medienunternehmen wegen des Adblockers nicht erreichen können, zu gering ist. 

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Schlagworte zum Thema:  Urteil, Online-Marketing, Recht

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