22.05.2012 | Urteil

Provider hat Prüfpflicht bei negativer Zahnarzt-Bewertung

Bei einer Zahnarzt-Bewertung musste das LG Nürnberg-Fürth genau hinschauen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Landgericht Nürnberg-Fürth hat in einem Urteil die Prüfpflichten von Internet-Providern konkretisiert. In dem speziellen Fall hatte ein Zahnarzt geklagt, weil der Betreiber eine negative Bewertung in einem Forum nicht löschen wollte.

Ein Nutzer hatte die Bewertung seiner zahnärztlichen Implantatbehandlung anonym in das Forum eingestellt und den Zahnarzt als inkompetent und vorrangig auf die eigenen wirtschaftlichen Interessen bedacht, beschrieben. Der Zahnarzt verlangte eine Löschung der Bewertung und wies den Provider darauf hin, dass er in dem angegebenen Zeitraum gar keine Implantatbehandlung vorgenommen habe. Daraufhin fragte der Provider bei seinem Kunden nach, ob sich der Vorfall so zugetragen hätte und nahm nach dessen Bejahung keine Löschung der Bewertung vor.

Der Düsseldorfer Fachanwalt Horst Leis verweist auf das Urteil des Landgerichts Nürnberg-Fürth in der Sache: Dieses besagt, dass der Internetprovider den Sachverhalt sorgfältiger hätte prüfen und einen Nachweis von seinem Kunden verlangen sollen. Da dies nicht geschehen ist und möglicherweise die Persönlichkeitsrechte des Zahnarztes verletzt wurden, hafte der Internetprovider – unabhängig davon, ob die Bewertung zutreffend ist oder nicht. (tb)


Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Social Media

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