Cybervorfälle gefährden digital vernetzte Unternehmen in doppelter Hinsicht: Sie können nicht nur selbst Opfer werden, sondern auch indirekt betroffen sein. Bild: elektraVision AG

IT-Ausfälle, Spionage oder Datenmissbrauch - Deutschlands Unternehmen fürchten sich am meisten vor Cybervorfällen, so das Allianz Risk Barometer 2017.

Weltweit stellen sich Unternehmen auf ein Jahr der Unsicherheit ein, die durch zunehmende Besorgnis über politische, rechtliche und regulatorische Entwicklungen angetrieben wird. Die Auswirkungen neuer Technologien auf das Risikoprofil von Unternehmen und Cybervorfälle sind ebenfalls eine wachsende Bedrohung. Letztere sind in Deutschland auf die Spitzenposition des jährlichen Rankings zu Unternehmensrisiken vorgerückt. Im Vorjahr belegten sie noch Rang 3.

Neue Gefahren durch die Digitalisierung

„Die technologischen Fortschritte der vergangenen zehn Jahre sind die Hauptursache hinter den stetig wachsenden Cybergefahren”, kommentiert Georgi Pachov, Global Practice Group Leader, Cyber, AGCS. Es gebe keinen Industriezweig, der von der Durchdringung der Digitalisierung und der großen Menge an Informationen, die auf allen Stufen der Wertschöpfungskette ausgetauscht werden, unberührt bleibt.

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Interkonnektivität ermöglicht Wachstum, Kostenoptimierung und flexiblere Geschäftsmodelle nah am Endverbraucher. Sie stellt jedoch auch erhebliche Risiken bei der Lieferung von Produkten oder Dienstleistungen dar. Die Nutzung und Anwendung von maschinellem Lernen, künstlicher Intelligenz, Big Data und ganz generell soliden Analysen trägt zu einer immer größeren Wahrscheinlichkeit von Cyberrisiken bei. Die Implementierung eines geeigneten Risikomanagements und eines Verfahrens zur Schadenminderung bei Cybervorfällen gehört daher zu den Prioritäten für das Top-Management jedes Unternehmens.

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Die Gefährdung durch Cyberrisiken geht einher mit dem technologischen Wandel hin zu einer digitalen Wirtschaft, in der immaterielle Vermögenswerte eine immer größere Rolle spielen: Daten, Patente und spezifisches Wissen geraten zunehmend in das Visier von Cyberkriminellen.

Cybervorfälle gefährden digital vernetzte Unternehmen

Cybervorfälle gehen mittlerweile weit über Hackerangriffe und Datenmissbrauch hinaus und gefährden digital vernetzte Unternehmen in doppelter Hinsicht: Sie können nicht nur selbst Opfer werden, sondern auch indirekt betroffen sein, wenn kritische Infrastruktureinrichtungen wie Telekommunikation, Strom oder Wasser angegriffen und lahmgelegt werden. Neben Cyberkriminalität kann auch technisches oder menschliches Versagen größere System- und Betriebsausfälle auslösen: In einer Industrie 4.0-Produktionswelt vermag bereits ein Datenverarbeitungsfehler die Fertigung zum Stillstand zu bringen.

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Das sechste Allianz Risk Barometer 2017 hat die wichtigsten Risiken für Unternehmen untersucht - weltweit, für einzelne Regionen und Länder sowie ausgewählte Industriezweige. An der jährlichen Umfrage beteiligten sich über 1.200 Experten aus verschiedenen Unternehmen und der Allianz Gruppe aus insgesamt 55 Ländern.

Die detaillierte Zusammenfassung des Allianz Risk Baromter 2017 lesen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, E-Commerce, Datenschutz, Internet der Dinge

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