| Studie

Unachtsamkeit ist Hauptgrund für Datenschutzverletzungen

Verstöße gegen den Datenschutz passieren gar nicht so selten.
Bild: Haufe Online Redaktion

Noch immer vernachlässigt jedes vierte deutsche Unternehmen den Datenschutz. Laut einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pwc verstieß jedes vierte Großunternehmen im vergangenen Jahr mindestens einmal gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen.

Gleichzeitig sind 70 Prozent der 250 befragten Datenschutzbeauftragten der 1.000 größten deutschen Unternehmen der Ansicht, dass Datenschutz in ihren Firmen wichtig oder sogar sehr wichtig genommen wird. In einer ähnlichen Studie aus dem Jahr 2010 hatten erst 56 Prozent der Datenschutzbeauftragten diese Einschätzung geteilt.

Meist seien diese Verstöße auf Unachtsamkeit und Unwissenheit zurückzuführen, erklärt Birthe Görtz, Partnerin und Verantwortliche bei Pwc, das Ergebnis der Umfrage. So hielten rund 70 Prozent der Befragten einen fahrlässigen Umgang mit Daten für eine der Hauptursachen von Datenschutzverletzungen. Einen gezielten Datendiebstahl durch Beschäftigte oder Angriffe von außen halten lediglich sechs Prozent in ihren Unternehmen für relevant.

Reserviert reagieren die Studienteilnehmer auf die Einbindung Sozialer Netzwerke beziehungsweise Cloud Computing. So geben lediglich 13 Prozent an, Facebook, Twitter oder Google+ für eine direkte Werbeansprache zu verwenden. Etwa 60 Prozent verzichten komplett auf Social Plugins. 15 Prozent der Unternehmen nutzen Cloud Computing, wobei 79 Prozent der Befragten sich aufgrund von Sicherheitsbedenken gegen eine Auslagerung von Informationen aussprechen. 58 Prozent bemängeln die fehlende Transparenz der Angebote und 57 Prozent vermissen eine Rechtssicherheit.

Die geplante EU-Verordnung zur Harmonisierung der Datenschutzgesetze wird zwar von der Mehrheit (64 Prozent) unterstützt, im Detail sehen viele jedoch noch Schwächen. 41 Prozent halten eine Vereinheitlichung allein schon aus wettbewerbsrechtlicher Sicht für geboten und lehnen die geplante Ausnahmeregelung für kleine Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern ab. Allgemein begrüßt wird hingegen die geplante Erhöhung der Bußgelder (44 Prozent).

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Social Media

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