24.03.2015 | Social Media

Share-Button gedrückt – 1.000 Euro Abmahnung folgt

Der Share-Button birgt Abmahnungs-Gefahr.
Bild: Michael Bamberger

Eine Abmahnung mit Folgewirkung? Ein Fotograf hat eine Fahrschullehrerin, die einen Artikel mit Vorschaubild der Bild-Zeitung geteilt hat, abgemahnt. Nicht nur für Facebook-Nutzer könnte der Fall Folgen haben, sondern auch für Seitenbetreiber, die in Zukunft Regressansprüche treffen könnten.

Der geteilte Artikel enthielt ein Bild von Marco Reus und zeigte den Fußballspieler beim Aussteigen aus seinem Aston Martin. Die Inhaberin einer Fahrschule teilte den Artikel, inklusive des obligatorischen Vorschaubildes. Der Fotograf war als Urheber des Bildes bei Facebook allerdings nicht ersichtlich und mahnte deswegen ab.

„Diese Abmahnung ist für den Nutzer besonders überraschend“, erklärt der Kölner IT-Anwalt Christian Solmecke. “Beim Teilen eines Beitrags über den Share Button wird nämlich immer automatisch ein verkleinertes Vorschaubild gezeigt, auf das der Nutzer keinen Einfluss hat. Er kann weder verhindern, dass das Bild gezeigt wird, noch kann er die Größe des Bildes so variieren, dass eventuell noch der Name des Urhebers sichtbar wird“.

 

Alle Seitenbetreiber durch die Abmahnung in Gefahr

Die Abmahnung stellt nicht nur ein Risiko für den Otto Normalverbraucher dar. Die Fahrschullehrerin benutzte zum Teilen einen entsprechenden Button auf der Homepage der Bild-Zeitung. Deswegen ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Abgemahnte den Axel Springer Verlag in Regress nehmen wird.

„Hier sind die Blogbetreiber und Online Medien in der Pflicht. Sie müssen dafür sorgen, dass alle Bilder, die sie auf ihrer Webseite posten, auch über die sozialen Netzwerke geteilt werden dürfen. Und zwar notfalls auch ohne Nennung des Urhebers. Ansonsten müssen sie mit Regressansprüchen der abgemahnten Nutzer rechnen. Solange die Teilen Funktion genutzt wird, vergibt der Seitenbetreiber konkludent eine Lizenz an den geteilten Inhalten“, so Solmecke weiter.

 

Kommt es zu weiteren Abmahnungen?

Festzuhalten gilt, dass es kein rechtskräftiges Urteil zu dem Fall gibt. Trotzdem könnte der Fall eine Abmahnwelle auslösen. Solmecke meint: „Eine wegweisende Gerichtsentscheidung ist unabdingbar. Bis dahin besteht nun eine erhöhte Abmahngefahr für die Nutzer und eine noch größere Gefahr für die Blogbetreiber, die womöglich bald zahlreichen Regressansprüchen ausgesetzt sein werden“.

Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt abzuwarten.

 

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Schlagworte zum Thema:  Social Media Marketing, Social Media, Facebook, Abmahnung

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