| Urheberrecht

Schadenersatz bei Bilderklau bemisst sich nach der Bildqualität

Mit dem aktuellen Urteil stärkt das Gericht die Rechte von Berufsfotografen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Um die Höhe des Schadenersatzanspruchs beim Klau von Produktbildern ging es in einem Fall, über den das Oberlandesgericht Hamm zu urteilen hatte. Die Richter entschieden, dass die Höhe des Schadensersatzes grundsätzlich von der Bildqualität abhängt.

Im betreffenden Rechtsstreit ging es um die Höhe des Schadenersatzes als Folge einer Urheberrechtsverletzung. Das Gericht sieht demnach für die Bemessung die Qualität der geklauten Bilder als maßgeblich. Für hochwertige Produktbilder sollen deshalb die Regelungen des Mittelstandsverbandes Foto Marketing (MFM-Tabelle) herangezogen werden. Die Richter begründeten ihre Entscheidung unter anderem damit, dass es sich bei Produktfotografien nicht selten um die Haupteinnahmequelle von Berufsfotografen handele und für die Erstellung auch andere technische Voraussetzungen eingesetzt würden. Dies erhöhe die Bildqualität und damit auch den Preis für das Foto. Handelt es sich bei Produktbildern um Fotos einfacher Qualität, können – im Falle einer Schadenersatzforderung – erhebliche Abschläge von den Werten aus der MFM-Tabelle vorgenommen werden.

Rolf Albrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Informationstechnologierecht bei der Kanzlei Volke2.0, sieht in dem Urteil eine Stärkung der Rechte von Berufsfotografen. Das Gericht erkenne an, dass professionell erstellte Fotos in der Regel von höherer Qualität seien und dies im Falle einer Urheberrechtsverletzung berücksichtigt werden müsse. Umso wichtiger sei es, Nutzungsrechte vorab rechtssicher einzuholen, um Forderungen von Rechteinhabern zu vermeiden (Az.: 22 U 98/13).

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Online-Marketing, Handel, Versandhandel

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