11.09.2012 | Top-Thema Rechtssicheres E-Mail-Marketing

Abmeldefunktion und Datennutzung

Kapitel
Der Empfänger muss seine Einwilligung leicht widerrufen können.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Auch für die Abmeldefunktion von Newslettern gibt es bestimmte Regeln, die Sie beachten sollten. Dasselbe gilt für die Auswertung von Nutzungsdaten rund um einen E-Mail-Versand. Hier ist nicht alles erlaubt, was technisch möglich ist.

Wie die Abmeldefunktion aussehen muss:

Zur Freiwilligkeit gehört auch, dass der Empfänger seine Einwilligung jederzeit zurückziehen können muss. Folgende Punkte sind hierbei zu beachten:

• Jeder einzelne Newsletter muss über eine Abmeldefunktion (Opt-out) verfügen.

• Dem Empfänger muss schon vor der Anmeldung – beispielsweise in der Opt-in Formulierung – kommuniziert werden, dass er sich jederzeit wieder abmelden kann und daraus keine Nachteile für ihn entstehen.

• Die Abmeldung muss möglichst einfach gehalten werden, beispielsweise durch einen einfachen Link. Komplizierte Abmeldevorgänge – die z.B. noch einmal ein Passwort verlangen – sind rechtlich bedenklich und zu vermeiden.

• Bei mehreren Newslettern sollte dem Empfänger eindeutig kommuniziert werden, wovon er sich genau abmeldet – beispielsweise indem die konkreten Newsletter noch einmal aufgeführt werden.

• Je nach Umfang der abgegebenen Einwilligung empfiehlt es sich, die möglichen Opt-out-Optionen – z.B. auf einer separaten Landing Page – einzeln aufzulisten. So hat der Empfänger die Möglichkeit z.B. nur Teile des Newsletter Angebotes abzumelden oder nur die weitere Erhebung personenbezogener Daten zu unterbinden, den Newsletter aber weiter zu erhalten.

• Bedenken Sie dabei: Empfänger melden sich von einer Marke bzw. einem Absender ab. Unabhängig der tatsächlich vielleichtunterschiedlichen und unabhängigen Einwilligungen möchte er i.d.R. von diesem Absender keine Informationen mehr erhalten. Nutzen Sie im Zweifel auch hier eine Aufstellung aller aktuellen Einwilligungen zur selektiven Abwahl.

Welche Daten aus der Nutzeranalyse Sie verwenden dürfen:

Die Erhebung anonymisierter Nutzungsdaten zur Messung der allgemeinen Newsletter-Performance ist rechtlich unproblematisch. Hierauf ist lediglich in der Datennutzungsbelehrung hinzuweisen und eine Widerrufmöglichkeit zu bieten. Sobald verhaltensbezogene Daten jedoch personengenau erhoben werden, ist eine explizite und separate Zustimmung erforderlich.

• Als personenbezogene Verhaltensdaten gelten alle Daten, die Nutzungsdaten mit einer konkreten E-Mail-Adresse verknüpfen – z.B. Klickdaten, Conversions oder Aktivitäten auf einer verlinkten Seite.

• Hierfür ist eine explizite und vom E-Mail Marketing Opt-in separate Einwilligung notwendig.

• Wichtig ist ebenfalls die je nach Zustimmung differenzierte Erhebung und Verarbeitung. Für Nutzer die nicht zugestimmt haben dürfen Verhaltensdaten – wie z.B. der letzte Klick – nicht erfasst oder verarbeitet werden.

• Der Grundsatz der Datensparsamkeit und Datenvermeidung ist zu beachten. D.h., dass nur so viele verhaltensbezogene Daten gesammelt werden sollten, wie unbedingt benötigt werden.

Das gesamte Whitepaper finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  E-Mail-Marketing, Dialogmarketing

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