| Wettbewerbsrecht

Nivea darf nicht mit "Nr. 1 gegen Deoflecken" werben

Nivea hat bei der Werbung für Deo zu dick aufgetragen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Seine Produktserie "Invisible for Black & White" bewarb Nivea mit Slogans wie "Nr. 1 gegen Deoflecken" oder "Das beste Deo gegen gelbe Flecken". Das Landgericht Düsseldorf hat nun entschieden, dass diese Werbeaussagen irreführend und somit wettbewerbswidrig sind.

Die Werbeaussagen der TV-Spots und Printanzeigen störten einen Konkurrenten des Kosmetikunternehmens. Seiner Ansicht nach führten diese Werbeversprechen Verbraucher in die Irre, weil damit der Eindruck erweckt würde, Nivea sei Marktführer im Bereich der Deodorants, die unschönen gelben Flecken auf der Kleidung der Nutzer vorbeugen sollen. Außerdem missfiel dem Kläger die Aussage "Schwarz bleibt Schwarz", da auch bei der Benutzung dieses Produktes Flecken nicht zu vermeiden seien. Zudem handele es sich bei den beworbenen Produkten nicht um Deodorants, sondern Anti-Tanspirantien, die dafür bekannt seien, gelbe Flecken zu verursachen. Bei Deos hingegen seien Flecken üblicherweise kein Problem.

Nachdem Nivea den Forderungen der Abmahnung des Konkurrenten nicht nachkam, hatte das Landgericht Düsseldorf zu entscheiden. Die dortigen Richter bestätigten die Einschätzung des Klägers und stuften die Werbung ebenfalls als irreführend ein. Aussagen wie "Nr.1" und "das beste" würden beim Kunden den Eindruck erzeugen, es handele sich bei dem beworbenen Produkt um das Beste seiner Art. Dabei unterscheide der Kunde nicht zwischen Deos und Anti-Transpirantien. Schließlich hätten Tests an Stoffproben ergeben, dass Flecken auch bei der Verwendung von Nivea-Produkten entstehen. (Az. 14c O 94/13)

Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsrecht, Werbung, Marketing

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