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EU deckt Missstände bei Online-Shops auf

Viele europäische Web-Shops missachten den Verbraucherschutz. Die EU wird aktiv.
Bild: Schmuttel ⁄

Die EU hat die Websites von Online-Händlern untersucht. Ergebnis: 75 Prozent der 333 Shops aus 28 Ländern missachten den Verbraucherschutz: Es fehlen Informationen zum Widerrufsrecht bei Downloads, Angaben zu Identität und Adresse des Unternehmens und viele enthalten unwirksame Klauseln.

Beim Widerrufsrecht für Downloads wurde die EU bereits aktiv und sorgt für eine Klärung der bei Juristen bislang umstrittenen Rechtslage. Laut Neuregelung soll es bei PC- und Konsolenspielen sowie Hörbüchern und Musik, die als Download gekauft werden, künftig nicht mehr möglich sein, sie an den Händler zurückzugeben, sobald mit dem Herunterladen begonnen wurde. Mit einem Referentenentwurf bereitet das Bundesministerium der Justiz (BMJ) gerade die Umsetzung dieser Entscheidung für Deutschland vor. Diese Regelung gilt jedoch nicht, wenn der Verbraucher beispielsweise ein PC-Spiel oder ein Hörbuch auf einer DVD oder CD im Online-Shop bestellt. Hier wird weiterhin das gesetzliche Widerrufsrecht gelten, das es Käufern erlaubt, online bestellte Produkte innerhalb einer Frist von 14 Tagen zurückzuschicken, sofern versiegelte Ware nicht geöffnet wurde.

Beim Impressum müssen Händler sicherstellen, dass sie eindeutig zu identifizieren sind. Genannt werden sollte neben einer Postanschrift auch ein Ansprechpartner für Kundenanfragen.

Besonders kritisch bewerten die EU-Verbraucherschützer die direkte Ansprache von Kindern. Prinzipiell müssten Eltern ihren minderjährigen Kindern im Vorfeld einen Kauf erlauben oder ihn zumindest nachträglich genehmigen. Einzige Ausnahme ist hierbei der sogenannte Taschengeldparagraph: Demnach dürfen Kinder über sieben Jahren einkaufen, wenn ihnen die Eltern das Geld zur freien Verfügung überlassen haben.

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf missbräuchliche Klauseln, die für Verbraucher nur schwer erkennbar seien. So würden einige Händler beispielsweise bei der Ausübung des Widerrufsrechts durch einen Käufer pauschal 15 Prozent des Kaufpreises einbehalten. Verbrauchern bleibe dann nichts anderes übrig, als den Betrag nachträglich einzuklagen.

Schlagworte zum Thema:  Recht, E-Commerce

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