| E-Commerce-Urteil

Produktbilder müssen Lieferumfang entsprechen

Mit ihrem Urteil orientierten sich die Richter an der sogenannten Blickfangwerbung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Bewirbt ein Onlinehändler seine Produkte mit Bildern, muss alles, was darauf zu sehen ist, auch im Lieferumfang enthalten sein. Zu diesem Urteil kam das Landgericht Arnsberg. Andernfalls könne es sich um irreführende Werbung handeln.

Auf seiner Verkaufsplattform bot der beklagte Ebay-Shopbetreiber Sonnenschirme sowie Zubehör an. Einen Sonnenschirm bewarb er dabei mit einem Bild, auf dem auch ein Schirmständer und eine Bodenplatte zu sehen waren, die nicht Teil des Lieferangebots waren. Um dies zu erfahren, mussten potenzielle Käufer nach unten scrollen, weil erst in der weiter unten stehenden Produktbeschreibung die Erklärung geliefert wurde, dass der Preis allein für den Sonnenschirm gilt.

Ein Konkurrent erkannte darin eine irreführende Werbung und zog vor Gericht. Dieser erwirkte eine einstweilige Verfügung, die das Gericht nach einem Einspruch des Beklagten bestätigte.

Produktbilder als Täuschungen?

Grund: Die Werbung sei irreführend im Sinne des UWG, weil sie "zur Täuschung geeignete Angaben über … die wesentlichen Merkmale der Ware“ enthalte (§ 5 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 UWG). Der Schirmständer sowie die Bodenplatte seien deshalb nicht zulässig, weil sie von Verbrauchern als "Täuschung“ wahrgenommen werden könnten. Die Argumentation der Richter: Viele Angebote würden im Internet nur flüchtig gelesen, deshalb würden in Onlineshops die gleichen Regeln gelten wie bei der sogenannten Blickfangwerbung; wobei ein anderes Gericht weniger streng urteilte. (Az. I-8 O 47/15)

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Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsrecht, E-Commerce, Versandhandel

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