28.04.2016 | Payment

Rechnungskauf und Kreditkarte im Aufwind

Obwohl Fintechs an Bedeutung gewinnen, ist der Kauf auf Rechnung im E-Commerce weiter erste Wahl.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der Kauf auf Rechnung baut seine Spitzenposition als umsatzstärkste Zahlungsart im E-Commerce weiter aus. Das geht aus der diesjährigen EHI-Studie "Online-Payment 2016" hervor. Auch die Kreditkarte wird im Payment beliebter.

29 Prozent der E-Commerce-Umsätze werden per Rechnung bezahlt. Der Kauf auf Rechnung behauptet damit seine Marktführerschaft und baute diese im Vergleich zum Vorjahr (28 Prozent) leicht aus. Onlinehändler reagieren auf diesen Bedarf und bieten diese Zahlungsart immer häufiger an. Im Jahr 2015 waren es 66,4 Prozent der Top-1.000-Onlinehändler.

Paypal erobert sich zwar den zweiten Platz zurück, mit knapp 20 Prozent Marktanteil muss diese Payment-Methode dennoch erstmals leichte Einbußen hinnehmen – im letzten Jahr wurden noch 20,2 Prozent der E-Commerce-Umsätze mit Paypal beglichen. Zu berücksichtigen ist hier, dass marktführende Shopbetreiber wie Amazon, die einen immer größeren Anteil des Marktes ausmachen, diese Zahlungsart nicht anbieten. Ließe man Amazon außer Acht, käme Paypal auf 24,5 Prozent Marktanteil.

Die beliebtesten Payment-Methoden

Die Lastschriftzahlung verliert sowohl bei Kunden als auch bei Händlern an Beliebtheit. Nur noch 19,3 Prozent der Umsatzanteile entfallen auf diese Zahlungsart (Vorjahr 21,8 Prozent). Auch bieten weniger der Top-1.000-Onlineshops das Zahlen per Lastschrift an, mit 35,6 Prozent sind es 2,1 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr (37,7 Prozent). Die dennoch hohe Platzierung liegt auch hier an Platzhirsch Amazon, der einen Großteil seiner Einnahmen per Lastschrift abwickelt. Berechnet man die Marktanteile exklusive Amazon.de, liegt die Lastschrift mit einem Umsatzanteil von 4,2 Prozent nur noch auf Platz sechs.

Auf Rang vier ist wie im Vorjahr die Kreditkarte, die mit jetzt zwölf Prozent aber wieder deutlich aufgeholt hat (Vorjahr 10,8 Prozent). Offenbar hat die Deckelung der Interchange-Gebühren auf 0,3 Prozent die Wettbewerbsfähigkeit der Kreditkarte im Onlinehandel gestärkt. Durch die gesunkenen Gebühren ist es für Händler attraktiver geworden, ihren Kunden diese Zahlungsart anzubieten. Außerdem steigt die generelle Bereitschaft zur Akzeptanz und zum Einsatz von Kreditkarten, die Anzahl vorhandener Karten ist im letzten Jahr um gut 10 Prozent gestiegen.

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Schlagworte zum Thema:  Payment, E-Commerce, Versandhandel

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