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Onlineshops der Bundesligisten durchweg nicht vollständig rechtskonform

Rechtsverstöße im E-Commerce können schnell zum Eigentor werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Einer Studie von Härting Rechtsanwälte und des Sportbusinessmagazins Sponsors zufolge hat kein einziger Club der 1. und 2. Bundesliga einen vollständig rechtskonformen Onlineshop.

Anhand von zehn Kriterien wurden die Internetauftritte der Fußballclubs untersucht. Besonders oft waren Widerrufsformulare (29 Beanstandungen), Datenschutzerklärungen (27) und die Textilkennzeichnung fehlerhaft (22).  "Besonders krass ist sicher, dass es Vereine gibt, die überhaupt nicht auf das Widerrufsrecht hinweisen. Auch das an einem Großteil der Vereine das neue Verbraucherrecht offenbar vollständig vorbei gegangen ist, wirft kein gutes Licht auf diese Vereine", erklärt Martin Schirmbacher, Fachanwalt für IT-Recht bei Härting Rechtsanwälte.

Bei den Social-Media-Plug-ins haperte es laut Analyse 19 Mal. Schirmbacher erläutert: "Die Rechtslage zu den Social-Plug-ins ist nicht vollständig klar. Die Datenschutzbehörden stellen sich auf den Standpunkt, dass personenbezogene Daten weitergegeben werden und deshalb eine Einwilligung erforderlich ist. Deshalb wird die Zwei-Klick-Lösung empfohlen, was viele Vereine nicht umsetzen."

Bei "Klassiker-Themen" wie dem Double-Opt-in im E-Mail-Marketing ist hingegen fast alles in Butter. "Bis auf einen Verein setzen alle Vereine Double-Opt-in ein. Soweit so gut. Allerdings werden vielfach mehr Daten erhoben, als erforderlich ist. Das verstößt gegen den Grundsatz der Datensparsamkeit", sagt Schirmbacher.

Von wenigen Ausnahmen abgesehen, schneidet die 2. Bundesliga durchweg schlechter ab als die Erstligisten. So wurden bei sieben Zweitligisten Impressumsverstöße festgestellt, in der 1. Liga kein einziger. Auch bei der Widerrufsbelehrung, bei der Datenschutzerklärung und bei der Textilkennzeichnung tut sich eine deutlich Kluft auf.

Bei den Erstligisten schneidet der SC Freiburg besonders schlecht ab, am besten kommt hier der FC Augsburg weg. In Liga zwei gab es beim FC Heidenheim und beim FSV Frankfurt am meisten zu beanstanden, während RB Leipzig und Erzgebirge Aue nur wenig Nachbesserungsbedarf haben.

Die vollständigen Ergebnisse im Detail finden Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Versandhandel, Online-Marketing, Datenschutz

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