02.03.2012 | Recht

Lockwerbung: Gericht verurteilt Amazon

Amazon darf nur dann mit Tiefpreisen werben, wenn die innerhalb eines Zeitraums von zwei Stunden angebotenen Produkte mindestens eine halbe Stunde lang vorrätig sind. So ein aktuelles Urteil des Landgerichts Berlin.

Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), nachdem sich zahlreiche Kunden über die Sonderaktion „Cyber Monday 2010“ beschwert hatten. Grund: Einige der beworbenen Produkte waren innerhalb weniger Sekunden vergriffen und nur noch zum regulären Preis im Online-Shop erhältlich. Bei der Verkaufs-Aktion, die zwei Wochen zuvor angekündigt worden war, wurden die angebotenen Produkte im Zwei-Stunden-Rhytmus angeboten.

Der Vzbv hatte kritisiert, dass die Ware so stark begrenzt worden sei, dass die große Mehrheit der Interessierten keine Chance hatte zum Zug zu kommen. Dadurch sei der Eindruck entstanden, dass die Sonderaktion möglichst viele Verbraucher auf die Internetseite von Amazon locken sollte, um die beworbenen oder andere Produkte letztendlich zum regulären Preis zu verkaufen. Das Landgericht Berlin gab der Klage auf Unterlassung derartiger Werbeaktionen statt. Die reduzierte Ware müsse mindestens während des ersten Viertels des Angebotszeitraums erhältlich sein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. (Az. 91 O 27/11) (sas)

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