| Urteil

Facebook-Like entspricht nicht unbedingt einer positiven Empfehlung

Um die Aussagekraft eines Likes ging es am Landgericht Hamburg.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ein Like auf Facebook muss nicht unbedingt einer Empfehlung entsprechen. Zu diesem Ergebnis kommt das Landgericht Hamburg, das über die Zulässigkeit eines Gewinnspiels zu entscheiden hatte, an dem die Nutzer nur nach dem Klick auf den Gefällt-mir-Button teilnehmen konnten.

Über dieses Urteil berichtet die Kanzlei Schwenke aus Berlin in ihrem Blog. In dem vorliegenden Fall hatte ein Verbraucherschutzverband gegen den Betreiber einer Website geklagt. Das Unternehmen hatte zuvor ein Gewinnspiel auf Facebook veranstaltet, an dem die Nutzer erst nach dem Klick auf den Like-Button teilnehmen konnten. Nach Auffassung des Verbraucherschutzes handelt es sich bei diesem Vorgehen klar um eine wettbewerbsrechtliche Irreführung. Andere Nutzer würden dann automatisch davon ausgehen, dass es sich bei der Aktion um eine Wertschätzung des Unternehmens handele, obwohl der Teilnehmende lediglich am Gewinnspiel hatte teilnehmen wollen. Die Täuschung der anderen Nutzer komme einem Fankauf gleich.

Das Gericht gab dem Beklagten Recht. Grund: Der Klick auf den Gefällt-mir-Button sei eine unverbindliche Gefühlsäußerung, mit der keine weiteren Erwartungen oder Gütevorstellungen verbunden seien. Damit wertet das Gericht ein Like als eine neutrale Aktion; ein konkretes Motiv oder die Hintergründe der positiven Empfehlung blieben schließlich unbekannt.

Eine genauere Einschätzung des Urteils liefert die Rechtsanwaltskanzlei Schwenke in ihrem Blog.

Schlagworte zum Thema:  Wettbewerbsrecht, Social Media

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