Droht stationären Läden ein Massensterben? Nicht, wenn die Händler ihre Potenziale ausschöpfen. Bild: Michael Bamberger

Bereits mehr als die Hälfte der Deutschen tätigt Einkäufe häufiger online als stationär. Der Mehrheit ist es inzwischen egal, wo sie shoppen und jeder Vierte könnte auf Läden komplett verzichten. Letzteres liegt einer Studie zufolge an den Vorteilen des E-Commerce.

81 Prozent der Deutschen haben laut Umfrage des Cashback-Anbieters Shoop.de kein schlechtes Gewissen, dem stationären Handel den Rücken zu kehren und stattdessen online einzukaufen. Ebenso vielen (80 Prozent) ist es schlichtweg egal, wo sie shoppen. Katastrophal aus Sicht des stationären Handels: Fast jeder Vierte (23 Prozent) könnte ganz auf Läden verzichten.

Stellt sich also erneut die Frage: Wird der Onlinehandel den stationären Handel kaputt machen? Fakt ist: Bereits mehr als die Hälfte der Deutschen (57 Prozent) kauft überwiegend im Web ein. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) tätigt bereits mehr als ein Drittel seiner Einkäufe online. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 71 Prozent. Und fast zwei von drei Konsumenten zwischen 18 und 29 Jahren kaufen häufiger im Webshop als im Laden.

Onlineshopping ist bequem, doch die persönliche Note fehlt

Der klassische Handel wird aktiv werden müssen, denn jedem Zweiten macht Onlineshopping mehr Spaß als der Einkauf im stationären Handel. Das liegt neben dem Spaßfaktor auch an den Vorteilen, die die Kunden dem Internet zuschreiben. Für 87 Prozent ist Onlineshopping vor allem bequem und übersichtlich, weil sich Angebot und Preise schnell vergleichen lassen. Diese Übersichtlichkeit vermissen drei von vier Deutschen im stationären Handel. Für 86 Prozent sind die nicht vorhandenen Öffnungszeiten der entscheidende Vorteil des E-Commerce. Dieses Argument bringen neun von zehn 18- bis 29-Jährige an, die bevorzugt online shoppen.

Kapitulieren muss der stationäre Handel (noch) nicht. Er müsse jedoch die eigenen Potenziale ausschöpfen, um weiter Kunden in die Geschäfte zu holen, so die Studienautoren um Shoop.de-Geschäftsführer Veit Mürz. Und das sehen auch die Verbraucher so: 73 Prozent sagen, der stationäre Handel solle sich mehr den Bedürfnissen der Verbraucher anpassen. Zwei Drittel wünschen sich ein ähnlich großes Angebot wie im Internet und 69 Prozent würden im Laden kaufen, wenn ihnen dort bessere Angebote unterbreitet würden.

Zugegeben, was das Angebot betrifft, kann ein Laden nur schwer mit dem Internet mithalten, wettmachen kann er dies jedoch durch persönlichen Service und Beratung. Denn auch darauf springen Kunden an. 58 Prozent schätzen gerade die persönliche Note im Laden. 42 Prozent recherchieren sogar gezielt online, um dann im stationären Handel zu kaufen.

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Handel, Kundenbindung

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