Die Digitalisierung kann offenbar noch warten. Bild: Haufe Online Redaktion

Viele deutsche Unternehmen gehen das Thema Digitalisierung noch nicht entschlossen genug an. Darauf deutet eine Studie hin. Vor allem organisatorische Hürden sind ein Problem.

Gut 40 Prozent der Unternehmen in Deutschland planen, in den kommenden zwei Jahren Digitalisierungsmaßnahmen durchzuführen. Ihnen steht ein Drittel der Firmen gegenüber, die keine Digitalisierungsmaßnahmen vorsehen. Ein Viertel der Unternehmen ist noch unentschieden. Das geht aus der KfW Unternehmensbefragung 2017 hervor.

Größere Unternehmen digitalisieren stärker

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen größeren und kleinen Unternehmen: Während knapp 80 Prozent der Unternehmen mit mehr als 50 Millionen Euro Jahresumsatz Digitalisierungsmaßnahmen planen, tun dies nur rund 27 Prozent der Unternehmen mit weniger als einer Million Euro Jahresumsatz. Und junge Unternehmen äußern sich deutlich zurückhaltender als ältere: Nur 32 Prozent der jungen Firmen wollen in absehbarer Zeit in die Digitalisierung investieren. Ein Grund hierfür könnte laut KfW sein, dass junge Unternehmen häufiger bereits mit modernen Technologien starten und daher in ihren Anfangsjahren seltener als ältere Unternehmen einen Nachholbedarf sehen.

Zu den Vorreitern der Digitalisierung zählt laut Studie der Groß- und Außenhandel. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen in diesem Sektor wollen in den kommenden 24 Monaten entsprechend investieren.

Unternehmen wollen Chancen der Digitalisierung nutzen

Neun von zehn Unternehmen nennen als eines ihrer Motive für die Digitalisierung, die Chancen der neuen Technologien nutzen zu wollen. Für zwei Drittel der Unternehmen ist dies sogar der einzige Grund für ihre Aktivitäten. Neben der Nutzung von Chancen nennen die Unternehmen konkrete Forderungen von Kunden, Wettbewerbsdruck am Markt und Druck in der Wertschöpfungskette als Antriebsfaktoren für Digitalisierungsmaßnahmen.

Bei der Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen sehen sich die Unternehmen mit verschiedenen Hemmnissen konfrontiert. Die mit 33 Prozent am häufigsten genannten Schwierigkeiten betreffen die Anpassung der Unternehmens- beziehungsweise Arbeitsorganisation bei der Umstellung auf eine stärker digitalisierte Arbeitsweise. Weitere Hemmnisse sind Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz (31 Prozent) und mangelnde IT-Kompetenzen im Unternehmen beziehungsweise Verfügbarkeit von IT-Fachkräften auf dem Arbeitsmarkt (28 Prozent). Mit Werten zwischen 26 und 28 Prozent folgen eine mangelnde Qualität der Internetverbindung, Schwierigkeiten bei der Umstellung der bisherigen IT-Systeme sowie die Unsicherheit über zukünftige Technologien und Standards.

Die Befragung wurde zum 16. Mal unter Unternehmen aller Größenklassen, Branchen, Rechtsformen und Regionen durchgeführt. An der Erhebung nahmen insgesamt 18 Fach- und Regionalverbände der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen Mitte Dezember 2016 und Mitte März 2017.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Digital Leadership, Handel

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