Auf ihrem Weg zu digitalen Dienstleistungen ist Datensicherheit für Banken bislang noch die größte Herausforderung. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Ansprüche der Kunden steigen, die Loyalität nimmt ab und das Marktumfeld wird zunehmend schwieriger. Aktuell führt dies in der Finanzbranche zur Ausdünnung von Filialnetzen und macht neue Ertragsquellen erforderlich, um Anbietern wie den sogenannten FinTechs die Stirn bieten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Bearing Point.

Im direkten Vergleich zwischen analogen und digitalen Zugängen für die Durchführung von geschäftlichen Bankdienstleistungen bevorzugt die Mehrheit der Unternehmen (70 Prozent) den digitalen Weg. So nutzen bereits 69 Prozent der Firmenkunden Onlineportale zur Abwicklung ihrer Banking-Themen. Dies zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung Bearing Point. Im Fokus der Untersuchung stehen die Wünsche und Bedürfnisse von Geschäftskunden zu digitalen Angeboten und Services sowie die Hindernisse in deren Nutzung.

Laut Studie finden Interaktionen zwischen Geschäftskunden und ihren Banken mehrheitlich über Online-Banking statt. Die damit verbundenen steigenden Ansprüche treiben die digitale Transformation voran. Unternehmen wünschen sich vor allem real-time Services und eine schnelle Umsetzung ihrer Aufträge. Beispielsweise erwarten über 40 Prozent der Befragten, dass eine Kontoeröffnung in maximal 15 Minuten abgeschlossen ist. Gleiches betrifft auch Kontoänderungen. An die Bearbeitungszeit von Finanzierungen werden wiederum sehr anspruchsvolle Anforderungen gestellt. Insbesondere die kurzfristige Zusage zur Einrichtung beziehungsweise Erhöhung einer Kontokorrentlinie sollte idealerweise in wenigen Minuten und nicht wie derzeit innerhalb von Tagen erfolgen. Insgesamt ist der Großteil der Befragten vor allem mit der langwierigen Abwicklung von Bankdienstleistungen unzufrieden.

 

Potenziale für Banken heben


Je nach Finanzierungsform haben lediglich zwischen fünf und neuen Prozent Verständnis für einen Kreditprozess der länger als drei Tage in Anspruch nimmt. Weiterhin erwarten Kunden eine ständige Erreichbarkeit der Bankinstitute sowie maßgeschneiderte, bedürfnisorientierte Lösungen. "Banken sollten die Synergien aus dem Privatkundenbereich stärker nutzen, um Potentiale im Firmenkundenbereich gezielter auszubauen", kommentiert Michael Arndt, Partner bei Bearing Point. Die Studie zeige, dass ein hoher Anteil der Befragten grundsätzlich sogar bereit wäre, mehr für passende Bankprodukte und -services zu bezahlen. "Dies ist insbesondere bei Produkten und Services mit höherer Beratungsintensität der Fall", so Arndt. Trotzdem würden die Banken hierbei wenig Fortschritte machen.

 

Auf ihrem Weg zu digitalen Dienstleistungen ist Datensicherheit für Banken bislang noch die größte Herausforderung. Die Angst vor mangelnder Datensicherheit sowie einem daraus resultierenden Missbrauch zu Lasten der Kunden ist für die Mehrheit der befragten Unternehmen (57 Prozent) der Hauptgrund, sich in bestimmten Fällen gegen einen digitalen Bankservice zu entscheiden. Weitere 33 Prozent schätzen die angebotenen Online-Produkte als zu komplex ein, um sie über den digitalen Weg in Anspruch zu nehmen.

 

Banken müssen schnell handeln


Banken sollten diese Hürden schnell überwinden - vor allem im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz seitens der FinTechs. Denn eine schnellere Bereitstellung und effiziente Ausführung der Services ist laut Studie entscheidend für fast die Hälfte aller befragten Firmenkunden (47 Prozent), ein FinTech auszuwählen. FinTechs bieten auch niedrigere Preise und haben eine höhere Innovationskraft. "Durch ihre agilen Strukturen sind sie in der Lage, hochwertige Lösungen mit starker Kundenorientierung zu entwickeln", erläutert Michael Arndt. Daher müssten Banken qualitativ hochwertigere Lösungen anbieten beziehungsweise  die von den Kunden wahrgenommenen Qualitätskriterien identifizieren und als Anknüpfungspunkte nutzen. 

Schlagworte zum Thema:  Digitales Marketing, Digitale Wirtschaft, Bank, Vertriebsstrategie

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