Der E-Commerce im B2B ist eines der größten Segmente der deutschen Internetwirtschaft. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der E-Commerce-Boom hält an. Bis 2019 soll der Onlinehandel einen Umsatz von mehr als 70 Milliarden Euro aufweisen. Vor allem im B2B wird ein überdurchschnittliches Wachstum erwartet. Zu diesem Ergebnis kommen der Verband eco sowie die Unternehmensberatung Arthur D. Little.

Die Internetwirtschaft wird auch in den kommenden Jahren einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftssektoren in Deutschland bleiben – und dabei voraussichtlich Platzhirsche wie Maschinenbau und Automobilindustrie überholen.

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E-Commerce im B2B mit rasantem Wachstum

Der E-Commerce im B2B ist eines der größten Segmente der deutschen Internetwirtschaft. Im Jahr 2015 lag der Umsatz noch bei knapp 27 Milliarden Euro, im Jahr 2017 werden es bereits 35 Milliarden Euro sein und 2019 sogar mehr als 46 Milliarden Euro. Die Unternehmensberatung Arthur D. Little sieht für dieses Segment eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 15 Prozent in den nächsten Jahren.

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Dieses rasante Wachstum basiert zum einen darauf, dass auch traditionelle Unternehmen verstärkt den B2B-Direktvertrieb via Internet nutzen, und zum anderen auf dem allgemein wachsenden Trend zum E-Procurement und zum Internet-basierten Absatz. "Der digitale Wandel der deutschen Wirtschaft und ein hoher Automatisierungsgrad machen E-Commerce im B2B-Segment sehr attraktiv", sagt Professor Dr. Georg Rainer Hofmann, Leiter der eco Kompetenzgruppe E-Commerce. In der deutschen Wirtschaft sei mittlerweile fast eine flächendeckende Dominanz der semi-automatisierten Bestellungen und Beschaffungen per Internet zu erkennen.

Deutsche kaufen lieber online ein

Der Kernbereich des Segments E-Commerce mit Privatkunden und Konsumenten (B2C) ist ebenfalls weiter auf dem Vormarsch. Bis 2019 erwartet Arthur D. Little ein durchschnittliches jährliches Wachstum von zwölf Prozent. Getrieben ist dieses Wachstum von der zunehmenden Online-Affinität der Verbraucher – mehr als die Hälfte der Deutschen kauft bereits regelmäßig bei Onlinehändlern ein.

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"Die Personalisierung der Shops, etwas bei Kaufempfehlungen sowie die voranschreitende Nutzung von Künstlicher Intelligenz werden das Online-Shopping-Erlebnis weiter erleichtern“, sagt Lars Riegel, Principal bei Arthur D. Little. Schon heute ist Deutschland gemessen am absoluten Onlineumsatz die Nummer 1 in Europa. Im Jahr 2014 wurden bereits 15 Prozent des Handelsumsatzes im E-Commerce erwirtschaftet. Dieser Anteil wird in den kommenden Jahren steigen.

Der Wettbewerb im E-Commerce nimmt zu

Rund 40 Prozent der deutschen B2C-Nachfrage wird durch Global Player wie Amazon, Ebay und Expedia abgedeckt. Darüber hinaus gibt es deutsche Unternehmen – angeführt von Otto oder Zalando –, die nicht nur die deutsche Nachfrage abdecken, sondern auch exportorientiert sind. Aufgrund des erleichterten Marktzugangs wird der Wettbewerb weiter zunehmen.

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Einige Online-Marktsegmente erscheinen fast schon gesättigt – ein neuer hybrider Handel wird in den nächsten Jahren entstehen. Auch der stationäre Handel kann künftig beim Kunden mit neuen digitalen Services für Beratung, Kauf und Lieferung punkten. "Der stationäre wird das Internet nicht als Gegner betrachten, sondern als große Chance“, sagt Prof. Dr. Georg Rainer Hofmann.

Portale und Marketplaces sorgen für Transparenz

Während beitragspflichtige reine Kontaktportale (zum Beispiel Online-Dating-Börsen und Business Networks) mit fünf Prozent jährlich ein eher moderates Wachstum aufweisen, können Verkaufs- und Handels-orientierte Marketplaces wie etwa Immobilien- und Automobil-Plattformen gute neun Prozent Umsatzwachstum jährlich verbuchen. Zusammengenommen wird dieses Segment laut eco und Arthur D. Little bis 2019 um acht Prozent jährlich wachsen. Im Segment Portals und Classified Marketplaces gewinnen laut Studie erfolgsabhängige Zahlungsmodelle an Bedeutung.

Die detaillierte Studie „Die deutsche Internetwirtschaft 2015 – 2019“ gibt es hier

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Mobile Commerce, Social Commerce

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