| E-Commerce-Branchenindex

Mobile-First-Strategie der Händler zeigt Wirkung

Um möglichst viel Traffic zu generieren, setzen die Händler auf SEA.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Verkäufe über mobile Geräte steigen weiter sprunghaft an. Ebenso der Traffic. Das geht aus dem E-Commerce-Branchenindex des Technologieunternehmens Intelliad hervor. Ein beachtlicher Teil der Einnahmen wird gleich in Suchmaschinenwerbung investiert.

38 Prozent des gesamten Traffics und 24 Prozent der Verkäufe erfolgten im zweiten Quartal 2016 demnach via Tablet und Smartphone (wobei das Smartphone Tablets bei Transaktionen überholt). Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es 20 beziehungsweise 17 Prozent. Vorreiter beim Mobile-First-Prinzip ist die Modebranche, in der rund 30 Prozent der Umsätze über mobile Geräte generiert werden. Am anderen Ende der Skala findet sich die Elektrobranche mit nur jedem zehnten Verkauf per Mobilgerät.

Der Wettbewerbsdruck im Onlinehandel steigt. Zu spüren bekommen dies insbesondere Online-Apotheken. In nur zwölf Monaten sank deren Conversion Rate von 10,5 auf 7,4 Prozent, die SEA-Ausgaben stiegen pro Kauf um 163 Prozent und auch die Warenkorbhöhe ging leicht zurück. Deutlich besser steht auch hier die Modebranche da: Dank eines deutlichen Rückgangs des Cost-per-Click (CPC) müssen Damenmodespezialisten für einen durchschnittlichen Warenkorb von 161 Euro gerade einmal drei Euro in Suchmaschinenwerbung investieren.

SEA als Traffic-Lieferant

Die durchschnittlichen SEA-Ausgaben pro Verkauf variieren je nach Branche zwischen zwei und 53 Euro. Auffällig ist: Obwohl der CPC eher rückläufig ist, investieren Unternehmen einen wachsenden Anteil ihrer Einnahmen in Suchmaschinenwerbung. Unter anderem wurden bei Mode, Reisen und Elektronik pro Verkauf über 40 Prozent mehr für SEA ausgegeben als noch im Jahr zuvor. SEA spiele im E-Commerce eine zentrale Rolle als Traffic-Lieferant, bei dem man gezielt seinen Share-of-Voice steigern könne, erklärt Intelliad-SEO Frank Rauchfuß. Dabei sei es für Marketer allerdings zwingend notwendig, die eigenen SEA-Kampagnen effizient und automatisiert auszusteuern und dabei intelligent mit anderen Kanälen zu verknüpfen.

Viele Branchen kämpfen mit rückläufigen Conversion Rates: Haus & Garten verzeichnet beispielsweise ein Minus von 2,8 auf 2,3 Prozent, Sportbekleidung von 2,8 auf 1,8 Prozent. Im Durchschnitt hat Intelliad einen Rückgang von 3,2 auf 2,9 Prozent ermittelt. Das liege einerseits am hohen Wettbewerbsdruck, aber auch an vergleichsweise niedrigen Conversion Rates mobiler Geräte, so die Studienautoren weiter. Branchenabhängig kämen bis zu 53 Prozent der Besucher über mobile Endgeräte in den Shop. Wer dieses mobile Interesse am besten in Verkäufe verwandele, habe im heißumkämpften E-Commerce-Business einen entscheidenden Vorteil.

Vierteljährlich untersucht das Technologieunternehmen Intelliad die Online-Shopping-Welt im Detail. Für die Analyse des zweiten Quartals 2016 wurden über 2,3 Millionen Onlinekäufe erfasst.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Mobile Commerce, Mobile Marketing, Online-Marketing

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