Vollere Warenkörbe als im europäischen Durchschnitt verzeichen deutsche Onlinehändler bei Reisen und Freizeit. Bild: Michael Bamberger

Die Warenkörbe der deutschen Onlinehändler liegen exakt im europäischen Durchschnitt. Das hat die Studie "Connected Commerce“ der Digitalagentur Dignitas Lbi ergeben. Mit einer besseren Infrastruktur wäre im E-Commerce allerdings deutlich mehr drin.

Im europäischen Vergleich befindet sich der deutsche Onlinehandel im Mittelfeld. Die Warenkörbe sind deutlich höher als bei den südeuropäischen Nachbarn, können mit denen in Skandinavien allerdings nicht mithalten. Insgesamt steigen die Umsätze, die pro Bestellung generiert werden, jedoch kontinuierlich.

Deutsche Onlinehändler sollten noch stärker in die digitale Infrastruktur investieren, sagt Kaan Karaca, CTO der Digitalagentur in Deutschland und der Schweiz. Arbeiten sollten die E-Commerce-Unternehmen seiner Ansicht nach vor allem an personalisierten Einkaufserlebnissen. Hierzu brauche es eine valide Datenbasis. Ein weiteres Umsatzplus sei möglich, wenn CRM-Systeme und Business-Intelligence-Systeme obendrein mit der Aussteuerung von Online-Werbemaßnahmen sinnvoll und datenschutzkonform verknüpft würden.

E-Commerce: Überdurchschnittliche Warenkörbe bei Reisen und Freizeit

Die größten Warenkörbe messen Shopbetreiber aus der Kategorie Reisen und Freizeit. Gebucht werden Bahn- und Flugtickets, Ferienhäuser und Pauschalurlaube für durchschnittlich 564 Euro pro Bestellvorgang. Damit liegen sie gemeinsam mit den Briten (538 Euro) deutlich über dem mitteleuropäischen Durchschnitt. Die niedrigsten Warenkorbwerte verzeichnen Onlinehändler aus den Niederlanden (385 Euro), Spanien (343 Euro) und Italien (325 Euro).

An zweiter Stelle folgen hierzulande Haushaltsartikel, Elektrogeräte und Möbel. Pro Bestellung werden im Schnitt 175 Euro ausgegeben. Spitzenreiter in dieser Kategorie sind die Franzosen (224 Euro), Italien rangiert mit 107 Euro auf einem hinteren Platz.

Ebenso viel (175 Euro) geben die Deutschen pro Onlinekauf für Technologieprodukte aus. Briten (184 Euro), Franzosen (208 Euro), Schweden (215 Euro) und Dänen (229 Euro) bestellen mehr beziehungsweise teurere Produkte. Für Mode zahlen die Deutschen rund 77 Euro pro Einkauf im Web. Hier liegt der internationale Durchschnitt bei 71 Euro.

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln kommt in Deutschland bekanntermaßen nur schwer in die Gänge. Wer jedoch den Weg in einen Onlineshop gefunden hat, gibt pro Bestellung 61 Euro aus. Damit liegen die Deutschen auch hier im soliden Mittelfeld. Deutliche größere Summen werden in Schweden (100 Euro) ausgegeben. Noch schwerer als hierzulande hat es der Lebensmittel-Onlinehandel in den Niederlanden: Waren von gerade einmal rund 39 Euro landen hier im Schnitt in den Warenkörben.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Mobile Commerce, Vertrieb, CRM, Versandhandel

Aktuell
Meistgelesen