06.07.2016 | Recruiting

E-Commerce-Branche tut sich schwer, Fachkräfte zu finden

Mitarbeiter verzweifelt gesucht: Gerade der Nachwuchs weiß sehr genau, was er von einem Arbeitgeber erwartet.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der E-Commerce wächst weiter und damit auch die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften. Die zu finden ist allerdings gar nicht so einfach. Recruiter raten den Unternehmen deshalb, im Ausland nach Mitarbeitern zu suchen.

Selbst Positionen im unteren und mittleren Management lassen sich nur mithilfe von Personalberatern besetzen. Recruiter müssen künftig Fach- und Führungskräfte im Ausland suchen, was zum einen die Kosten in die Höhe treiben und zum anderen Auswirkungen auf die Arbeitskultur haben wird. Dieses Fazit liefert eine Befragung des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel (Bevh) unter spezialisierten Personalberatern.

Der überwiegende Anteil der Recruiter wird demnach für Positionen ab einem Jahresgehalt von 60.000 Euro eingeschaltet. Zum Teil werden sie sogar für die Besetzung von Stellen im unteren und mittleren Management (ab 40.000 Euro) benötigt. Zwar erwarten die Berater, dass sich in Zukunft immer mehr Bewerber für die Branche interessieren werden, knapp die Hälfte (46 Prozent) geht aber davon aus, dass es nicht genug sein werden, um nicht zusätzlich auch im Ausland auf Mitarbeitersuche gehen zu müssen. Nur 24 Prozent bewerten die Aussichten, in den kommenden fünf Jahren offene Stellen besetzen zu können als "gut“ oder zumindest "befriedigend“.

E-Commerce: Junge Fachkräfte haben Erwartungen

Und mit einem attraktiven Gehalt allein wird es nicht getan sein. Jeder vierte befragte Personalberater nennt das Finanzielle als "nicht so wichtig“ für die finale Entscheidung eines Kandidaten. Drei von vier Beratern bezeichnen hingegen das Arbeitsumfeld, flache Hierarchien und Eigenverantwortung als beinahe ebenso wichtig wie die Entlohnung. Dicht dahinter folgen die Gestaltung des Arbeitsplatzes nach eigenen Bedürfnissen sowie Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Faktoren also, die gerne von Digital Natives genannt werden, wenn es um die Beschreibung ihres Wunscharbeitsplatzes geht. Klassische Incentives wie Dienstwagen, betriebliche Altersvorsorge und die Sicherheit des Arbeitsplatzes rücken in den Hintergrund.

Die Art wie wir arbeiten, werde sich in den kommenden Jahren stark verändern, sagt auch Bevh-Hauptgeschäftsführer Christoph Wenk-Fischer. Unternehmen werden neue Wege gehen müssen, um Mitarbeiter zu finden. Kai Haake vom Bundeverband Deutscher Unternehmensberater rät speziell kleinen Unternehmen ohne starkes Markenimage, deutlich mehr in Employer Branding zu investieren. Das sei Voraussetzung, um geeignete Kandidaten für Jobs in weniger interessanten Regionen zu finden. 

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Mobile Commerce, Online-Marketing

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