23.09.2016 | Trendreport

Die Zukunft des Handels ist da – und so sieht sie aus

Virtual-Reality-Brillen revolutionieren die Customer Experience.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Während ein Großteil der Händler noch mit Multichannel beschäftigt ist, sind andere schon viele Schritte weiter. Virtual Reality und Artificial Intelligence werden von den Vorreitern getestet und eingesetzt. Ein Trendreport von Ebay und Trendone stellt Zukunftsmodelle vor.

Sich mal eben virtuell auf die Malediven beamen? Die chinesische Onlineplattform für Luxusreisen, Zanadu, lässt ihre Kunden vor der Buchung erst mal checken, ob das ausgesuchte Urlaubsziel auch tatsächlich das richtige ist. Mit einer virtuellen Reality-App sollen Reiseziele immersiv, quasi interaktiv, erlebt werden können. Zukunftsmodelle wie diese, aber auch Vertriebs-Bots oder intelligente Einkaufstaschen stellen Ebay und Trendone in ihrem zweiten Trendreport vor.

 

Hier einige Beispiele, worauf sich Händler und Kunden einstellen dürfen:

 

Mixed, Virtual & Augmented Reality: Ebay selbst hat in diesen Bereich investiert. Zusammen mit der Warenhauskette Myer testet der Online-Marktplatz ein virtuelles Kaufhaus. Über eine App und ein VR-Headset können Kunden aus mehr als 12.000 Produkten wählen. Eine sogenannte Sight-Search-Technologie macht es möglich, ein Produkt durch Fixieren mit den Augen zu bewegen und in den Warenkorb zu legen. Personalisierungsfeatures helfen dabei, den persönlichen Geschmack der Kunden so gut kennenzulernen, dass das Sortiment bei allen folgenden Besuchen entsprechend angepasst werden kann.

Volvo arbeitet mit Microsoft zusammen, um Anwendungen für die Mixed-Reality-Brille Holo Lens zu realisieren. Holo Lens kombiniert eine virtuelle mit der echten Umgebung, wobei die Hologramme in reale Umgebungen hineinprojiziert werden, sodass eine Mixed Reality entsteht. Autos können so aus ganz neuen Perspektiven angesehen und individuell konfiguriert werden. Ein Augmented-Reality-Headset bietet das US-amerikanische Einrichtungshaus Lowe’s für den Kauf einer neuen Küche.

 

Artificial Intelligence: Bei der US-amerikanischen Kaufhauskette Macy’s werden Kunden mit Hilfe künstlicher Intelligenz durch die Geschäfte geführt. Dazu öffnen sie im Browser ihrer Smartphones die Seite „Macy’s on Call“. Diese Test-Plattform basiert auf dem IBM-Supercomputer Watson und ist in der Lage, die in natürlicher Sprache gestellten Fragen zu beantworten. Fragen die Kunden beispielsweise nach bestimmten Marken oder Artikeln, werden sie per Navigation dorthin geführt.

Bot „Kylie“, entwickelt vom US-amerikanischen Startup Legion Analytics, unterstützt Verkäufer und Vertreter mit künstlicher Intelligenz bei ihrer Arbeit. Den Entwicklern zufolge identifiziert Kylie wichtige Textpassagen, die den Vertrieb betreffen. Im E-Mail-Verkehr könnte der Bot den weniger relevanten Teil übernehmen und den Verkäufer erst dann informieren, wenn der Abschluss naht. Die Entwicklung ist schon so weit fortgeschritten, dass der Bot Smalltalk beherrscht und angeblich flirten kann.

 

E-Commerce: Liefern bis zur Haustür war gestern

Internet of Things: Die schwedische Supermarktkette ICA testet in Zusammenarbeit mit dem Smart-Home-Startup Glue und Postnord einen Lieferservice, der Onlinebestellungen gleich bis zum Kühlschrank liefert. Über einen digitalen Schlüssel, den der Nutzer über die Glue-App erstellt, kann der Lieferant in einem vorher festgelegten Zeitfenster ein intelligentes Schloss entriegeln.

Ein weiteres US-amerikanisches Unternehmen hat die Einkaufstasche "Smart Bag“ entwickelt. Mit ihr kann am Ladenausgang ganz automatisch ausgecheckt werden. Die Frage, welche Schlange vor den Kassen wohl die kürzeste respektive schnellste sein möge, wird in diesem Supermarkt nie mehr gestellt. Die intelligente Einkaufstasche besteht aus einer Außen- und einer Innentasche. Über Bluetooth Low Energy erkennt die Tasche Produkte, die mit einem RFID-Aufkleber versehen sind und in die Tasche gelegt werden. Wird die Innentasche aus der Außentasche entfernt, sendet diese ein Signal an die App und der Bezahlvorgang wird automatisch abgeschlossen. Den Kundenbeleg gibt’s per E-Mail. 

Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Customer Experience, Kundenservice, Internet der Dinge

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