E-Commerce-Unternehmen suchen oft nach allgemeinen Kenntnissen statt in die Tiefe zu gehen. Bild: Michael Bamberger

Der Bedarf an Mitarbeitern mit digitalen Kompetenzen ist hoch in der E-Commerce-Branche. Viele Unternehmen haben jedoch keine Vorstellung davon, welche konkreten Qualifikationen neue Mitarbeiter benötigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von BDU und bevh.

80 Prozent der vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) befragten Recruitingspezialisten erleben eine steigende Nachfrage nach digitalen Talenten in E-Commerce-Unternehmen. Das Problem dabei: Die genannten Anforderungsprofile sind diffus im Hinblick auf Position und Mitarbeiter. Das bestätigt knapp die Hälfte der Personalberater. So werden häufig ganz allgemein Kandidaten mit Führungserfahrung und Erfahrung im Umgang mit digitalen Technologien gesucht.

E-Commerce-Unternehmen müssen Anforderungsprofile anpassen

BDU-Vizepräsidentin und Personalberaterin Dr. Regina Ruppert sieht einen hohen digitalen Analyse- und Strategiebedarf bei den Unternehmen. Viele hätten zwar verstanden, dass die Digitalisierung sie zu Veränderungen bei Strategie und Geschäftsmodellen zwingt. Die formulierten Anforderungsprofile würden dies jedoch selten widerspiegeln. Anders als in traditionellen Branchen, fehlten einheitliche Standards und Abschlüsse. Überrascht ist die Recruitingspezialistin von den Ergebnissen deshalb nicht. Neue Ausbildungsberufe, wie die zum Kaufmann/frau im E-Commerce und Qualifikationen im akademischen Bereich seien deshalb wichtige Projekte, so Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh weiter.

Für Führungspositionen in den digitalen Geschäftsfeldern suchen die Personalberater besonders Informatiker und Wirtschaftsinformatiker. Bei den Anforderungen an Arbeitsmethoden im digitalen Umfeld bleiben noch viele Unternehmen vage. Nur knapp die Hälfte fordert von den Kandidaten typische Arbeitsweisen und -methoden, wie zum Beispiel Scrum. Weiterhin erwarten die beauftragenden Unternehmen aus der E-Commerce-Branche von Führungskräften in digitalen Geschäftsfeldern einen Master-Abschluss. Dieser Ansicht sind knapp 60 Prozent der Personalberater. Knapp ein Viertel der Recruitingspezialisten erlebt in seiner beruflichen Praxis, dass Kandidaten mit einem Bachelor-Abschluss gewünscht werden.

Lesen Sie auch:

Interview mit Rainer Hillebrand, Otto Group: "Wir haben uns weit emporgeirrt"

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Unternehmen, Karriere, Digitalisierung

Aktuell
Meistgelesen