26.10.2015 | Datenschutz

Datenschutz in AGB: Verbraucher stimmen meist aus Alternativlosigkeit zu

Viele User sind im Hinblick auf den Datenschutz resigniert.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Beim Umgang mit Datenschutz und AGB verhalten sich Verbraucher widersprüchlich: Einerseits halten sie es für wichtig, die Bestimmungen zu kennen, andererseits lesen sie diese selten. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage hervor. Grund: Die Zustimmung ist nun einmal ein Muss.

Was die Datenschutzbestimmungen und Allgemeinen Geschäftsbestimmungen von Kommunikationsdienstleistern wie E-Mail- und Chat-Diensten angeht, verhalten sich Verbraucher paradox. Die große Mehrheit (86 Prozent) der über 1.000 Befragten einer Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (Divsi) bestätigt, dass sie es zwar für wichtig hält, die AGB zu kennen, diese letztlich aber kaum oder auch gar nicht lesen. Nur 20 Prozent befassen sich ausgiebig mit deren Inhalten. Im Ergebnis habe, so das zentrale Studienergebnis, praktisch jeder Internetnutzer schon einmal mit einem mulmigen Gefühl dem Kleingedruckten zugestimmt.

Datenschutzbestimmungen zu schwer verständlich

Fast jeder Internetnutzer verwendet heute E-Mail-Dienste (98 Prozent) oder Messenger (73 Prozent). Etwa ein Viertel hat den Datenschutzbestimmungen zugestimmt ohne diese zu lesen. Etwa jeder Zweite gehört zu der Gruppe der resignierten Onliner, die aus Alternativlosigkeit ihr Kreuzchen anklickt. Die anderen zählen sich zu den Vertrauensvollen, die einfach davon ausgehen, dass Im Bereich AGB alles gesetzeskonform geregelt ist.

Die Meinungen der Befragten hinsichtlich Inhalten und AGB differieren stark: Während manche glauben, dass die gesammelten Daten zur Optimierung der Dienste genutzt werden (60 Prozent), vermuten 55 Prozent, dass auch Partnerdienste die Informationen erhalten, knapp die Hälfte rechnet fest damit, dass Daten auch an Dritte weitergeleitet oder verkauft werden.

Die Mehrheit (78 Prozent) hält es schlichtweg für unmöglich, alle Datenschutzbestimmungen zu lesen.

Schließlich glauben die Befragten auch, dass sich eh nicht überprüfen lasse, ob die Unternehmen die Bestimmungen auch tatsächlich einhalten. Die Mehrheit (93 Prozent) wünscht sich eine Optimierung von AGB und Datenschutzbestimmungen. Drei Viertel fordern kürzere Texte, zwei Drittel wünschen sich zudem eine einfachere Sprache. Etwa die Hälfte sieht Handlungsbedarf beim Layout.

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Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, E-Mail-Marketing, Direktmarketing, Social Media

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