Für mittelständische Onlinehändler gelten andere Regeln als für die Branchenriesen. Bild: PHOTOMORPHIC PTE. LTD.

Alljährlich im Dezember definieren E-Commerce-Experten die Trends des kommenden Jahres. Aktuell werden Technologien wie Künstliche Intelligenz oder Virtual Reality genannt. Alles Quatsch, sagt Felix Gaksch von Shopmacher. Für mittelständische Onlinehändler gelten andere Regeln.

Für die breite Masse der mittelständischen Onlinehändler sind Trends wie Künstliche Intelligenz, Voice Commerce oder Virtual Reality nach Überzeugung von Felix Gaksch, Chief Customer Officer von Shopmacher, einem Unternehmen für Enterprise E-Commerce-Plattformen, nicht realisierbar. Sie gingen, zumindest derzeit, an deren Realität, Anforderungen und Möglichkeiten vorbei.

Branchenriesen wie Otto oder Zalando arbeiten und experimentieren zwar mit virtuellen Umkleidekabinen, doch Mittelständler sollten sich zunächst mit anderen Themen befassen.

Daten managen und messen. Eine Vielzahl von mittelständischen E-Commerce-Plattformen verfügt im Hintergrund auch heute noch nicht über Datenmodelle und Auswertungsmöglichkeiten. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn eine leistungsstarke Business Intelligence ist unabdingbare Voraussetzung zum Beispiel für die heute so wichtige Personalisierung und auch die fortlaufende Shopverbesserung. Wer misst, der weiß – wer nicht misst, vermutet nur.

Was Onlinehändler über Shopsysteme der Zukunft denken

Onlinehandel 2018: Mobile, Content, Service

Rule of Thumb: Mobile Optimization. Auch wenn es klingt wie ein alter Hut: Viele E-Commerce-Plattformen sind in Sachen Mobile Optimization noch lange nicht dort, wo sie angesichts der stetig wachsenden Bedeutung des Mobile Commerce sein müssten. Und da geht es um weit mehr, als um einen zackigen Aufbau eines Shops auf einem mobilen Endgerät. Gemäß der ‚Rule of Thumb’ muss ein mobil-optimierter Shop zum Beispiel reduzierte, aber relevante Informationen auf Befehl des wischenden Daumens präzise und auf den Punkt präsentieren. Daran muss gearbeitet werden.

Content und Inspirational Commerce. Mit informativem und verführendem Content rund um das Produkt wird der anspruchsvolle Online-Kunde unserer Zeit bewusst und unbewusst in seinem Kaufwunsch bestärkt, ein Stück weit verführt. Mit Größe, Farbe und Preis aus dem Product-Information-Management ist es da nicht getan. Die Bereitschaft und auch das unterbewusste Verlangen, zum Beispiel einen hochwertigen und damit teuren Schuh zu kaufen, steigt beim Interessenten, wenn er erfährt, wie dieser aufwändig in der toskanischen Manufaktur produziert wurde. Diese Verführung müssen gute Plattformen bieten – dann klappt es auch mit der Konversion.

Konsequente Serviceorientierung: Betreiber von E-Commerce-Plattformen müssen für ihre Kunden serviceorientiert, konkret und individuell greif- und erlebbar sein. Das setzt übrigens zwingend das bereits erwähnte moderne Datenmanagement voraus. Individuelle Kontaktaufnahmen für Terminabsprachen, Reparaturleistungen, Wunschliefertermine inklusive Same-Day-Delivery und vieles mehr sind heute unabdingbar und müssen noch viel mehr zum selbstverständlichen Standard werden, als sie es heute sind.

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Digitalisierung, Mobile Commerce, Mittelstand

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