13.04.2016 | Händlerwahl

E-Commerce: Bei Beauty-Produkten entscheidet nicht allein der Preis

Der Markt für Beauty-Produkte aus dem Internet wächst ungebrochen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im E-Commerce rückt der Preis in den Hintergrund, andere Kriterien werden für Kaufentscheidungen wichtiger. A.T. Kearney hat am Beispiel von Körperpflegeprodukten diese Kriterien ermittelt, die auch für andere Produktgruppen taugen können.

Um mehr als acht Prozent werden die Online-Umsätze mit Schönheits- und Körperpflegeprodukten nach Berechnungen der Unternehmensberater bis 2019 jährlich steigen. Damit wächst dieser Kanal viermal so schnell wie der stationäre Handel.

Während zu Beginn des E-Commerce-Zeitalters der Preis ausschlaggebend für die Wahl des Kanals war, rücken heute andere Kriterien in den Vordergrund, wenngleich er das zentrale Motiv bleibt. Aber schon die Hälfte sucht vor allem nach Produktinformationen, Kundenbewertungen, Anwendungstipps oder neuen Styling-Ideen.

Innovative Anwendungen als Differenzierungsmerkmal

Insbesondere innovative Anwendungen wie Online-Tests, mobile Hautbild-Apps, Beauty-Foren und Ratgeber-Communities bieten der Studie zufolge gute Chancen zur Differenzierung. Das gleiche gilt für bebilderte Produktbewertungen von Kunden oder kostenlose Muster als Bestandteil der Lieferung. Damit können sich auch die 20 Prozent der Befragten leichter überzeugen lassen, die bislang nicht online kauften, weil sie Produkte sehen, fühlen und testen wollen.

Online-Händler und Markenanbieter, die ihre Kunden kennen und ihnen auch online ein Gefühl für ihre Produkte vermitteln können, hätten klar die Nase vorn, sagt der Konsumgüterexperte der Unternehmensberatung, Dr. Peter Pfeiffer. Gerade deutsche Kunden würden zudem ein Maximum an Komfort erwarten: So hielten 90 Prozent eine Lieferzeit von höchsten vier Tagen für vertretbar, für mehr als die Hälfte der Befragten sollte der Versand kostenlos sein. Lediglich zwei Prozent würden eine Gebühr von mehr als fünf Euro akzeptieren. Und auch sonst sind die Ansprüche an den Versand gewachsen.

Auf Konsumentengruppen eingehen

Insgesamt teilt die Studie die Zielgruppen nach Alter, monatlichen Ausgaben für Schönheit und Körperpflege (on- und offline), Experimentierfreude und Erwartungen beim Versand in fünf Typen ein: klassische Kosmetik- und Pflegekunden (46 Prozent), Naturkosmetik-Fans (18 Prozent), Gesundheitsbewusste (17 Prozent), modebewusste Fashionistas (neun Prozent) und Beauty-Junkies (zehn Prozent).

Die Unterschiede zwischen den Konsumentengruppen sollten Online-Anbieter für gezielte Angebote nutzen, etwa, um bei Beauty-Junkies und Fashionistas neue Produkte, Anwendungen oder auch Marken zu platzieren, so Pfeiffer weiter. Denn obwohl sie derzeit die kleinste Käufergruppe sind, investieren sie im Vergleich zum klassischen Online-Kunden monatlich das Doppelte bis Dreifache für Körper- und Schönheitspflege. Da Vertreter dieser Zielgruppe außerdem ein überdurchschnittlich hohes Einkommen haben, sind sie eher dazu bereit, für Versand und Rückgabe zu zahlen.

Die Studie zu E-Commerce-Trends bei Schönheits- und Körperpflegeprodukten wird von A.T. Kearney seit 2012 jährlich durchgeführt. Befragt werden Konsumenten aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA.

Weiterlesen:

Worauf es im E-Commerce künftig ankommt

Servicezufriedenheit als Stellschraube für Kundenbindung

Schlagworte zum Thema:  Kundenbindung, Kundenservice, E-Commerce

Aktuell

Meistgelesen