21.08.2014 | Top-Thema Adidas darf Händlern Internetvertrieb nicht verbieten

E-Commerce gegen Fachhandel

Kapitel
Markenhersteller fürchten, mit ihren Produkten im E-Commerce auf dem virtuellen Wühltsich zu landen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Internethändler dürfen künftig auch Adidas-Produkte vertreiben. Das Unternehmen hat das bislang geltende Verbot für Händler gekippt.  

Der Sportartikelhersteller gab dem Druck des Kartellamts nach, das "schwerwiegende wettbewerbsrechtliche Bedenken" gegen dessen Vertriebsbedingungen erhoben hatte, und hob sein Verkaufsverbot für Internetplattformen wie Ebay und Amazon auf. Zuvor hatte das Kartellamt bereits die Händlerverträge des Sportschuhherstellers Asics als rechtswidrig kritisiert und diesen schriftlich zu einer Stellungnahme aufgefordert. Markenhersteller fürchten nun um ihren Einfluss auf den Vertrieb ihrer Produkte, Händler erhoffen sich neue Absatzkanäle und denken über Schadensersatzklagen nach.

Wettbewerbsrecht versus Imagepflege

Die rechtlichen Grenzen von Beschränkungen für den Internetvertrieb für Markenartikel stehen derzeit mehr denn je im Fokus. So sorgten die Ermittlungen des Bundeskartellamtes gegen die Sportartikelhersteller Asics, Adidas und Nike für Aufsehen. Diese woll(t)en demnach Händlern den Verkauf ihrer Markenartikel über Ebay oder Amazon verbieten. Markenartiklern, aber auch Händlern stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie weit Markenhersteller ihren Einfluss auf den Internetvertrieb überhaupt geltend machen können.

Angst vorm virtuellen Wühltisch 

Grundsätzlich begründen Markenhersteller Beschränkungen des Internethandels mit dem von ihnen mit hohem Werbeaufwand geschaffenen Markenprestige, das durch eine optimale Präsentation auch im Internet geschützt und gefördert werden soll. Zudem machen Internetverkäufer den Fachhändlern das Leben schwer: Während diese in personalintensive Beratung und gepflegte Ladenlokale investieren, um ein gutes Image der Markenprodukte aufzubauen oder zu pflegen, profitieren davon auch die Online-Händler. Die Kosten dafür müssen die Webshop-Betreiber allerdings nicht tragen und können dieselben Produkte daher zu günstigeren Konditionen anbieten. Die Hersteller fürchten eine Schädigung ihres Qualitätsimages durch ein "Verramschen im Internet" und schränken daher zum Schutz Ihres Rufs und des stationären Handels den Internethandel ein. 

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Fachhandel, Wettbewerbsrecht, EBay, Amazon, Online-Shop

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