Abmahnungen bereiten vielen Onlinehändlern Kopfzerbrechen. Bild: Haufe Online Redaktion

Abmahnungen bleiben für Onlinehändler ein leidiges Thema. Zumal sie mittlerweile immer öfter vor Gericht landen - und sich der Anteil teurer Abmahnungen verdreifacht hat.

Im vergangenen Jahr erhielt knapp jeder vierte Onlinehändler (24 Prozent) eine Abmahnung von einem Wettbewerber oder Verein, weil er gegen rechtliche Vorschriften im Onlinehandel verstoßen hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Händlerbundes unter 500 deutschen Onlinehändlern aller Branchen.

Zwar stieg die Anzahl der Abmahnungen nicht so stark wie im Jahr 2015, doch die Konsequenzen scheinen dafür umso härter auszufallen. Am häufigsten sind es Verletzungen des Wettbewerbsrechts (53 Prozent), die Konkurrenten zu rechtlichen Schritten bewegen.

Die Gründe können unzulässige Werbeaussagen oder unerwünschte Mailings sein. Verstöße gegen das Markenrecht (zehn Prozent) häufen sich laut der aktuellen Abmahnstudie. Die Verwendung geschützter Begriffe wie etwa “Inbus-Werkzeug” oder “Konfitüre” ist nämlich abmahnfähig. Im Jahr 2016 sorgten vor allem fehlende Hinweise auf die neue OS-Plattform zur Streitschlichtung für Abmahnungen.

Abmahnungen verursachten höhere Kosten und landeten öfter vor Gericht

Zwar sank die Zahl der betroffenen Onlinehändler, die im Jahresverlauf mehrere Abmahnungen bewältigen mussten, um 13 Prozent, doch die Kosten stiegen. Während der Großteil (84 Prozent) mit einer einzigen Abmahnung davon kam, mussten Betroffene in Einzelfällen mit mehr als vier Abmahnungen (3,3 Prozent) kämpfen.

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Etwa zwei Drittel der Abmahnungen verursachten Kosten bis 1.000 Euro. Der Anteil teurer Abmahnungen, die mit rund 2.000 Euro zu Buche schlagen, hat sich auf 14 Prozent verdreifacht. Die Umfrage zeigt außerdem, dass Abmahnungen mittlerweile doppelt so häufig vor Gericht landen (13 Prozent) als noch im Vorjahr - und außergerichtliche Einigungen mit zwölf Prozent nur noch halb so oft gelingen.

Mehr als drei Viertel aller Onlinehändler empfindet Abmahnungen laut Studie als wachsendes oder gleichbleibendes Problem. Zwar fielen die Ergebnisse im Jahr 2015 noch drastischer aus, doch ein Rückgang oder einer Lösung der Abmahnproblematik scheint bislsng nicht in Sicht.

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Versandhandel, Wettbewerbsrecht

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