20.07.2016 | Mitarbeiter-Skills

Digitale Kompetenz: Wichtigste Fähigkeit der Arbeitnehmer

Nur die fähigsten Fachkräfte im Team zu vereinen, reicht nicht aus. Unternehmen müssen auch den Wissensstand ihrer Mitarbeiter um die digitale Entwicklung fördern.
Bild: Corbis

Arbeitgeber bewerten die digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter und Bewerber bisher nur als Mittelmaß. Jedoch will die Mehrheit der Unternehmen die eigenen Arbeitnehmer nicht zu Digitalthemen weiterbilden. Dabei wandeln sich die Anforderungsprofile durch die Digitalisierung von Grund auf, so eine Studie.

Neue Jobs, aufregende Jobs, anspruchsvolle Jobs - für digital qualifizierte Arbeitnehmer bieten sich hervorragende Jobchancen. Doch nur als „befriedigend“ oder „ausreichend“ bewerten deutsche Unternehmen die Digitalkompetenzen ihrer Mitarbeiter und Bewerber. Bei der Weiterbildung rund um die Digitalthemen stehen die qualifizierten Fachkräfte (97 Prozent) im Fokus der Firmen. Mit Abstand folgen Führungskräfte (77 Prozent) und gering Qualifizierte (71 Prozent). Jedoch geben 62 Prozent der Unternehmen an, die eigenen Mitarbeiter nicht weiterzubilden: Kleinere Unternehmen bis 50 Mitarbeiter halten sich mit 67 Prozent deutlich mehr zurück als größere Unternehmen (51 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie von Bitcom.

Digitale Kompetenz ist genauso wichtig wie Fach- oder Sozialkompetenz

In jedem zehnten Unternehmen fallen einfache Stellen wie Lagerist der Digitalisierung zum Opfer. Gleichzeitig gibt jedes fünfte Unternehmen an, dass neue Jobprofile wie der Robotic Koordinator entstanden sind. Für 84 Prozent der Befragten hat die digitale Kompetenz den gleichen Stellenwert wie die Fach- und Sozialkompetenz erlangt. Vier Prozent erwarten sogar, dass die digitale Kompetenz zur wichtigsten Fähigkeit der Arbeitnehmer wird.


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Jedes zweite Unternehmen rechnet damit, dass es in den kommenden zehn Jahren mehr Arbeitsplätze für gut ausgebildete Beschäftigte geben wird, nur 5 Prozent erwarten einen Rückgang: Im Management rechnen 37 Prozent mit mehr Stellen, zwölf Prozent mit weniger. Im mittleren Management ergibt sich mit 36 beziehungsweise 17 Prozent ein ähnliches Bild.

Update für digitale Kompetenz für Mitarbeiter bleibt aus

Nur die fähigsten Fachkräfte im Team zu vereinen, reicht nicht aus. Unternehmen müssen auch den Wissensstand ihrer Mitarbeiter um die digitale Entwicklung fördern: Doch nur 31 Prozent der Befragten haben eine zentrale Strategie zur Weiterbildung der digitalen Kkompetenz ihrer Mitarbeiter, nur 27 Prozent planen mit einem festen Budget und jedes dritte Unternehmen hält Fortbildungen dieser Art für Mitarbeiter über 50 Jahren nicht für sinnvoll.


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Auch können die Unternehmen die Qualität der Weiterbildungsangebote nicht beurteilen (31 Prozent) und jedem vierten Unternehmen fehlt ein Überblick über die verschiedenen Arten der Weiterbildungsmöglichkeiten rund um digitale Kompetenz. Gleichzeitig geben 24 Prozent der Firmen an, dass die vorhandenen Angebote nicht die Inhalte abdecken, die sie benötigen, oder, dass sie auf den Mitarbeiter nicht verzichten können, während dieser sich fortbildet (23 Prozent). Jedes fünfte Unternehmen gibt die Entfernung zur Weiterbildung als Grund an.


Zu diesem Ergebnis gelangt eine repräsentative Befragung unter 500 Unternehmen ab 10 Mitarbeitern in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.


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Schlagworte zum Thema:  Kompetenz, Digitalisierung, Digital

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