01.10.2013 | Serie Guerilla-Marketing

Rechtliche Fallstricke des Guerilla-Marketings

Serienelemente
Recht im Guerilla-Marketing
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nicht selten bewegen sich Guerilla-Marketer in rechtlichen Grauzonen, manchmal überschreiten sie die Gesetzesgrenzen sogar bewusst. Was man darf und was nicht, hat sich in den letzten Jahren bei vielen Guerilla-Marketing-Methoden aber herauskristallisiert – und zwar sowohl im Internet als auch an öffentlichen Plätzen.

Flyer sind immer noch ein beliebtes Mittel, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Gerade weil diese Art der Werbung als altmodisch und damit nicht so störend empfunden wird. Um keine rechtlichen Konsequenzen durch eine Flyer-Kampagne fürchten zu müssen, ist es wichtig, die Erlaubnis der entsprechenden Behörde einzuholen. In den meisten Städten muss das Ordnungsamt für Flyer-Aktionen, die kommerziellen Zwecken dienen, nämlich eine Genehmigung ausstellen. Sonst droht ein Bußgeld.

Auch immer wieder gesehen ist das Bekleben oder Besprühen öffentlicher Orte. Nicht selten handelt es sich aber um den Tatbestand der Sachbeschädigung und zieht empfindliche Strafen nach sich, wenn der verunstaltete Ort schwer zu reinigen ist. Auch hier kann eine Genehmigung vorbeugen. Keinen Spaß verstehen die Behörden bei unerlaubtem Aufsprayen von Graffiti. Bei Verunreinigung durch Graffiti werden Firmen, die diese Methode des Guerilla-Marketings verwendet haben, vom Gesetz genau gleich behandelt wie ein jugendlicher Sprayer, der seinem Hobby frönt.  

Persönlichkeitsverletzungen aller Art sind an der Tagesordnung im Guerilla-Marketing. Oft lebt eine Guerilla-Kampagne genau von der Zweckentfremdung fremden Eigentums. Sixt ist hier ein prominentes Beispiel, da der Autoverleiher immer wieder Fotos und Abbildungen fremder Personen ohne deren Einverständnis verwendet – zumeist in einem satirischen Kontext. Das erzeugt zwar Aufmerksamkeit, jedoch auch rechtliche Konsequenzen, wie der Fall Mollath gezeigt hat.

Marketing-Aktionen aller Ort sollten, wenn sie im öffentlichen Raum stattfinden, mit den Behörden abgesprochen sein. Holen Sie sich die entsprechende Erlaubnis, um auf der sicheren Seite zu sein.

Ob eine Kampagne gegen das Wettbewerbsrecht, Persönlichkeitsrecht, Markenrecht, Hausrecht oder ein anderes Recht verstößt, sollte dringend in der Planungsphase der Kampagne geprüft werden. Am besten mit einem Anwalt.

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Auch im Internet lauern für Guerilla-Marketer rechtliche Gefahren. Oft sind diese sogar noch schwieriger zu erkennen, da die meisten Gesetze im Internet vage oder noch neu sind. Nehmen wir an, ein Guerilla-Marketer legt eine fiktive Facebook-Seite an. Der Bezug zur Firma, von welcher ein Produkt mit der Seite künftig beworben wird, ist unklar. Rechtlich gesehen handelt es sich hierbei um verdeckte Werbung. Ein grundsätzlich verbotener Vorgang, da so gegen das Telemediengesetz sowie das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen wird.

Vermeiden sollte man außerdem, sich in Kundendialoge von Mittbewerbern einzumischen. Zumindest aus Werbezwecken. Auf Twitter ist dieses Problem besonders groß, da so versucht wird, sich in fremde, gut laufende Guerilla-Marketing-Aktionen einzuschleichen.

Schlagworte zum Thema:  Guerilla Marketing

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