22.10.2013 | Serie Mobile Marketing

Wo Mobile Marketing noch mit Problemen kämpft

Serienelemente
Diese Stolpersteine liegen dem Erfolg von Mobile Marketing im Weg
Bild: Michael Bamberger

Alles toll in der Mobile-Marketing-Welt? Mitnichten. Viele Probleme und Gefahren lauern immer noch. Aber welche Hürden gilt es noch zu meistern?

Auch wenn dank UMTS mobiles Surfen nicht mehr von minutenlangem Warten geprägt ist, Hochgeschwindigkeit vermisst man. Zwar verspricht UMTS mit der technischen Erweiterung um HSPA Geschwindigkeiten von bis 42 Mbit/s, in der Realität erreichen Smartphones und Tablets diese Geschwindigkeit allerdings so gut wie nie.

Groß war deswegen die Erwartung an das Netz der vierten Generation, Long Term Evolution (LTE). Tatsächlich kann LTE in der neusten Version bis zu 1000 Mbit/s, 1 Gbit/s, schnell sein. Zum Vergleich: Die durchschnittliche Surfgeschwindigkeit in Deutschland liegt bei 6,9 Mbit/s –  und zwar nicht im mobilen, sondern im stationären Bereich. LTE hat in Deutschland allerdings ein Problem: das schwach ausgebaute Netz. Während es in Großstädten noch gelingt, jeden Zweiten mit dem neuen Standard zu versorgen, sieht es für den Rest Deutschlands düster aus. Das LTE-Netz von O2 kommt hier laut Chip auf eine magere Abdeckung von 7,7 Prozent, bei Marktführer Telekom sieht es allerdings etwas besser aus. Ein LTE-Nutzer kann von Glück reden, wenn er Geschwindigkeiten von über 10 Mbit/s erreicht. Und auch dafür wird ein LTE-fähiges Smartphone samt passendem Tarif vorausgesetzt. Beides ist in Deutschland noch die Ausnahme. Eine schnelle Surfgeschwindigkeit ist allerdings entscheidend für den Erfolg von Mobile Marketing, ausgenommen SMS-Marketing. Die sowieso schon kurze Aufmerksamkeitsspanne an mobilen Geräten sollte nicht durch einen langsamen Verbindungsaufbau auf die Probe gestellt werden.

Ein weiteres Problem liegt im konservativen Werbeverständnis vieler Marketer. Aufmerksamkeit um jeden Preis funktioniert bei Mobile Marketing nicht. Es reicht nicht aus, präsent zu sein und aufzufallen. Der Nutzer muss beim Mobile Marketing direkt miteinbezogen werden. Erst wenn diese simple Regel verinnerlicht ist, werden mehr und mehr erfolgreiche Mobile-Marketing-Kampagnen das Licht der mobilen Bildschirme erblicken.

Ein großes Problem im M-Commerce sind auch die vielen mobilen Bezahlsysteme, die den Kunden verwirren. Wie soll der Kunde etwas auf seinem Smartphone kaufen, wenn er nicht weiß wie? Etwas mehr Einheitlichkeit und Klarheit, ohne an verschiedenen Bezahlmöglichkeiten einzubüßen, ist nötig. Andernfalls schaffen es mobile Geräte auch in Zukunft kaum, mehr als der erste Schritt in der Customer Journey zu sein.

Das größte Problem heißt jedoch Erfahrung. Erfahrungswerte im Mobile Marketing sind rar, vieles muss noch ausprobiert werden, von ständig wechselnden Anforderungen und Möglichkeiten ganz zu schweigen. Der erforderliche Pioniergeist schreckt Marketer vielmals ab, statt die Kreativität zu entfachen. Oft investieren Firmen deswegen in bewährte Marketing-Felder, statt das Abenteuer Mobile Marketing zu wagen. Überwindet Mobile Marketing diesen Stolperstein und geht mutig und erfinderisch zu Werke, kommt die mobile Werbung endlich auch in Deutschland in Fahrt.

Schlagworte zum Thema:  Mobile Marketing, Mobile, Mobile Advertising, MCommerce, Mobiles Internet

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