10.08.2012 | Mobile Payment

Verbraucher glauben an neue Bezahlformen

Lesegeräte könnten bald der Vergangenheit angehören.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Bezahlung wird in Zukunft rein virtuell erfolgen, autorisiert per Fingerabdruck oder Augenscan; das Mobiltelefon wird dann zum Geldbeutel. Dieses Szenario halten Handelsexperten ebenso wie weite Teile der Bevölkerung für realistisch, wie das Ebay-Projekt „Die Zukunft des Handels“ ergeben hat.

Die Ergebnisse der repräsentativen Verbraucherumfrage belegen, dass kaum jemand damit rechnet, in Zukunft noch den Geldbeutel zu zücken, um mit Bargeld oder Kreditkarte zu zahlen. Schon heute werden überhaupt nur noch weniger als die Hälfte aller Bezahlvorgänge (46 Prozent) bar abgewickelt. Damit liegt die Barzahlung gegenwärtig nur noch knapp vor der Zahlung mit EC-Karte. Viele Verbraucher gehen davon aus, dass der Anteil dieser beiden Methoden in zehn Jahren unter einem Drittel (30 Prozent) liegen wird. Bis dahin werden fast genauso viele Bezahlvorgänge (27 Prozent) kontaktlos erfolgen, also mit Smartphone (13 Prozent) ohne PIN oder Unterschrift. Für Matthias Selzer, Leiter des Geschäftskundenbereichs bei Paypal, steht damit fest, dass mobile Zahlformen ein enormes Potenzial bergen. Den Kunden sei gerade das hohe Maß an Flexibilität wichtig, deshalb werde das mobile Bezahlen in relativ kurzer Zeit alle anderen Bezahlformen überholen. Und tatsächlich belegt die Studie, dass jeder zweite Verbraucher damit rechnet, in zehn Jahren fast ausschließlich ohne Bargeld zu bezahlen. Frauen (55 Prozent) glauben demnach sogar noch eher an diese Entwicklung als Männer (48 Prozent).

Experten und Verbraucher sind sich einig

Ob es in Zukunft überhaupt noch Bargeld geben wird, darüber sind Experten geteilter Meinung. Einige sind der Ansicht, dass Bar- und Kartenzahlungen zurückgehen, aber nicht verschwinden werden, Andere gehen davon aus, dass Bargeld keine Rolle mehr spielen, und virtuelle Systeme wie Augenscan oder Fingerabdruck an Bedeutung gewinnen werden. Diese Ansicht teilen auch viele Verbraucher: Ein gutes Drittel glaubt ebenfalls an die Zahlung per Fingerabdruck, immerhin jeder Fünfte kann sich vorstellen, dass Augenscanner zum Einsatz kommen werden.

Eine Entwicklung weg von klassischen Bezahlsystemen wird auch im Online-Bereich deutlich. Banküberweisung oder Rechnungskauf treten in den Hintergrund und haben in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. Stattdessen zahlen deutsche Verbraucher bevorzugt über Online-Dienstleister wie Paypal. Die Ergebnisse der Befragung lassen darauf schließen, dass künftig jeder dritte Einkauf auf diese Weise abgewickelt wird. Kaum Änderung erwarten Verbraucher hingegen beim Einsatz von Kreditkarten oder elektronischen Lastschriftverfahren.

Mobile im Kommen

Stark zunehmen wird der Anteil der mobilen Bezahlverfahren. Einig sind sich die Experten darüber, dass sich der Einsatz einer einheitlichen Technologie durchsetzen wird. Noch steckt in diesem Bereich viel Entwicklungspotenzial, denn nur jeder zehnte Verbraucher hat bereits im Laden per Mobilfunk bezahlt. Am häufigsten erfolgen diese Zahlungen derzeit über SMS (59 Prozent), eine Applikation (41 Prozent), den Browser (35 Prozent) oder einen Chip (23 Prozent). Die Mehrheit der Befragten (58 Prozent) ist der Überzeugung, dass das Mobiltelefon die Geldbörse in zehn Jahren ersetzt haben wird.

Schlagworte zum Thema:  Payment, Handel, Mobile Marketing, E-Commerce, Marketing

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