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Location Based Services gewinnen an Bedeutung

Die Verbindung von Mobile und Local gilt im Marketing als große Zukunftswette.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Nutzerzahlen steigen und das Angebot wächst. Eine Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (Blm) bescheinigt Location Based Services (LBS) ein großes Wachstumspotenzial. Mindestens jeder vierte Deutsche nutzt schon heute standortbezogene Dienste.

181 Anbieter von Locations Based Services gab es demnach Ende 2012. Die Anzahl der Dienste befindet sich aber weiter im Wachstum. Experten gehen davon aus, dass in Zukunft nahezu alle Apps über eine LBS-Funktion verfügen werden. Von allen bisher angebotenen Apps, die meisten aus den Bereichen Navigation, Verkehr, Carsharing, Taxi, Augmented Realtity, Sport, Gastronomie, Tourismus oder Couponing, stammen zwölf Prozent aus dem Social-Media-Bereich. Dazu gehören hierzulande Friendticker, Meetone und F1eld. Das international größte Netzwerk ist derzeit Foursquare mit rund 30 Millionen Nutzern. Zu den in Deutschland am stärksten wachsenden Diensten gehören Carsharing-Angebote wie Flinkster (190.000), Car2go (90.000) und Drivenow (70.000). Relevante Umsätze mit standortbezogenen Diensten generiert momentan aber erst jeder fünfte Anbieter.

Bisher hat schon jeder dritte bis vierte Deutsche LBS angewendet. Laut Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) nutzen sogar 37 Prozent der Smartphone-Besitzer einen solchen Dienst mindestens einmal am Tag. Die beliebtesten sind dabei Navigationsdienste (56 Prozent) und Angebote von Geschäften oder Dienstleistern (42 Prozent). Dazu kommen Dienste, die über eine Standortfunktion als zusätzlichen Service verfügen, wie Facebook beziehungsweise Facebook Places, Ebay, die Deutsche Bahn und Google Maps. Trotzdem bleiben viele Nutzer vorsichtig: Immerhin 40 Prozent äußern Bedenken, ihren Standort anzugeben (Goldmedia, Fittkau & Maaß 2012). Die Sorge vor Datenmissbrauch hemmt das Wachstum von LBS-Diensten deshalb auch mehr als in anderen Märkten.

Verschiedene Erlösmodelle etablieren sich

Den größten Anteil haben derzeit mit 44 Prozent werbefinanzierte LBS-Dienste. 24 Prozent der Angebote finanzieren sich durch In-App-Verkäufe, also durch den Absatz von Produkten oder Dienstleistungen innerhalb der App beziehungsweise durch provisionsbasierte Abrechnungen. Acht Prozent der Erlöse werden durch den Verkauf der App selbst generiert und drei Prozent der Dienste liegt ein Freemium-Modell zu Grunde. Immerhin jede fünfte App (21 Prozent) wird kostenlos angeboten. Hierbei handelt es sich meist um Service-Apps, Start-ups oder Hobby-Entwickler, die noch keine Umsatzgenerierung vorweisen können.
Im vergangenen Jahr erzielten LBS-Anbieter einen Gesamtumsatz von 57 Millionen Euro aus Werbung, Vertrieb und Provisionierung. Goldmedia prognostiziert ein Wachstum um durchschnittlich 39 Prozent auf 265 Millionen Euro bis zum Jahr 2017. Das größte Umsatzpotenzial wird dabei werbefinanzierten Apps zugeschrieben. Liegt deren Anteil momentan noch bei etwa 40 Prozent, könnte dieser in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 71 Prozent anwachsen.

Die Studie "Location-based-Services 2013" wurde von Goldmedia im Auftrag der Blm durchgeführt. Sie basiert auf einem Desk Research sowie Expertengesprächen mit Dienstleistern und Branchenvertretern.

Schlagworte zum Thema:  Dialogmarketing, Mobile Marketing, Kundenbindung, Online-Marketing

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