| E-Messenger

Whatsapp greift die E-Mail an

Der Messenger ist primär ein Dialogmedium – was aber, wenn von 1.000 angeschriebenen Personen tatsächlich auch 300 antworten?
Bild: Felix Beilharz

Whatsapp hat sich große Ziele gesteckt. Denn langfristig soll der Messenger die E-Mail ersetzen und infolgedessen die Businesswelt erobern. Die Sicherheitslücke in der Datenübertragung ist geschlossen, Nutzer können mittlerweile PDFs über die App verschicken und seit Kurzem gibt es eine Desktopversion der App. Was die Entwicklung des Messengers für die Businesswelt bedeutet und wie Marketingentscheider mit dem noch jungen Kommunikationskanal umgehen sollten, erklärt Social-Media-Experte Felix Beilharz.

Hält der Messenger bald Einzug in die Businesswelt?

Interessant ist, dass Facebook gleich mit zwei Messengerdiensten offenbar ähnliche Ziele verfolgt:

Click to tweet

Welcher Dienst sich letztlich durchsetzt oder ob der Markt groß genug für beide ist, wird sich zeigen. Aber ja, ich glaube, dass künftig deutlich mehr Kommunikation, auch in Unternehmen, über Messengerdienste ablaufen wird. Whatsapp hat durch die ohnehin schon gigantische Verbreitung gute Chancen, sich durchzusetzen.


Warum gerade eine Desktopversion für Whatsapp?

Die Art der Kommunikation über Messenger entspricht einfach dem Zeitgeist: Instant, Echtzeit, überall verfügbar, multimedial. Die Zusammenführung von Desktop- und Mobile-Kommunikation in einer Anwendung ist ein logischer und wichtiger Schritt. Gerade im Bereich Kundenservice dürften Whatsapp und Facebook Messenger zentrale Elemente werden.


Reicht es für Marketingentscheider aus, Whatsapp nur auf dem Schirm zu haben? Oder sollten sie den Messenger als festen Bestandteil künftig in ihren Kommunikationsmix einreihen?

Leider gibt es zum jetzigen Zeitpunkt immer noch keine wirkliche Lösung für Unternehmen, die Whatsapp nutzen wollen. Drittanbieterdienste verstoßen gegen die Facebook-AGBs und können jederzeit abgeschaltet werden und Whatsapp selbst hat die angekündigte Schnittstelle immer noch nicht bereitgestellt.

Click to tweet

Aber nicht Hals über Kopf losstürmen. Wenn bei Whatsapp der Startschuss fällt, sind sie vorbereitet und können geplant und bedacht loslegen.


Doch Marketing ist nicht der einzige Einsatzbereich für den Messenger. Wo könnte Whatsapp künftig noch zum Einsatz kommen und wie könnte dies aussehen?

Whatsapp wird einen großen Teil des Outreachs übernehmen, also Newsletter-Funktionen. Bereits heute gibt es über Drittanbieterdienste diese Möglichkeit. Auch die vom Facebook Messenger bekannten Messengerbots könnten bei Whatsapp zum Einsatz kommen. Dadurch können automatisiert einfache Fragen beantwortet oder Aufgaben erfüllt werden: Der Messenger übernimmt die Aufgabe einer einfachen Telefonhotline, der nur bei individuelleren oder komplizierteren Problemen an einen Mitarbeiter durchstellt.


Nicht viele Unternehmen setzen in der Kommunikation auf den Messenger. Woran liegt das?

Bei Whatsapp liegt es an den bisher nur dürftigen Möglichkeiten und beim Facebook Messenger wohl an der Neuheit. Da bedarf es immer einiger großer Cases, damit mehr Unternehmen auf den Zug aufspringen. Anfangs war es tatsächlich so, dass auf den Tischen der Kommunikationsabteilungen Handys lagen, über die dann die Nachrichten beziehungsweise Broadcasts verschickt wurden. Das hat sich aber bereits geändert oder wird sich in der kommenden Zeit ändern.

Click to tweet

Der Messenger ist primär ein Dialogmedium – was aber, wenn von 1.000 angeschriebenen Personen tatsächlich auch 300 antworten? Hier muss sich eine klare Abgrenzung zwischen Broadcast-Funktion und Dialogfunktion einpendeln. Dafür sind aber wieder Erfahrungswerte notwendig.


Weiterlesen:

Wie nutze ich Social Media für mein Unternehmen? [Hangout]

4 Wege, Whatsapp fürs Marketing zu nutzen

Diese Kanäle würden Marketer gerne mal ausprobieren

Social Media Marketing

Wie sinnvoll ist Influencer Marketing?

Große Teile der Marketingbranche scheinen vom Influencer-Virus befallen zu sein. Jeder will präsent sein - und das möglichst authentisch und mit Reichweite.
Zur Umfrage

Schlagworte zum Thema:  Dialogmarketing, Kommunikation, Messenger

Aktuell

Meistgelesen